Liebe Alitalia…
Alitalia Linee Aeree Italiane-Societa per Azioni
Kärntner Ring 2
1010 Wien
Wien, 21. April 2009
Sehr geehrte Damen und Herren der Alitalia & AirOne Gruppe,
(sollten Sie sich aus irgendwelchen Gründen nicht zuständig fühlen, dann leiten Sie die Beschwerde bitte selbstständig weiter an die Stelle die sich zuständig fühlen sollte.)
Wir vier waren am 19. April auf folgende Flüge gebucht:
Catania – Roma 15:05 – 16:20 AP2867
Roma – Milan 17:20 – 18:30 AP2706
Milan – Wien 20:00 – 21:25 OS0516
Schon in Catania hatte der erste Flieger eine Stunde Verspätung und es war klar, dass es dadurch schwierig werden könnte die anderen Flüge zu erwischen. Anstatt durch ein kompetent geschultes Flugpersonal bei der Lösung dieses Problems unterstützt zu werden sind wir nur auf geballte Inkompetenz und Gleichgültigkeit gestoßen. Es hat weder jemand geschafft in Rom oder Mailand anzurufen ob es noch andere Flugmöglichkeiten gibt, noch uns auf die entsprechenden Flüge umzubuchen.
Das es welche gegeben hätte haben wir dann in Mailand erfahren. Um neun Uhr Abends waren dann allerdings nur mehr 3 statt 4 Plätze frei. Pech. Hätten wir halt früher gefragt. Hätte es jemand der Mühe wert gefunden unseren Transfer in Mailand zu organisieren -
(sprich: eine Stewardess zu bitten uns bei Flieger A abzuholen und mit einem Wagerl nach Flieger B zu fahren, wie es die Lufthansa für die Passagiere nach Düsseldorf, deren Flieger nur 5 Minuten nach unserem ging, organisiert hat) –
dann hätten wir unseren planmäßigen Flug sogar noch erwischen können. So haben wir einen Spießrutenlauf durch den gesamten Flughafen hingelegt, nur um den Flieger um genau 5 Minuten zu verpassen. Danke der kundeunnfreundlichen Betreuung!
Die Gleichgültigkeit mit der die Alitalia & AirOne Gruppe mit uns als Passagieren umgegangen ist war gelinde gesprochen eine bodenlose Frechheit. In Catania sind wir von Schalter zu Schalter geschoben worden mit den in gebrochenem englisch gestammelten Worten “Sorry, this is not our fault, you have to ask them” – niemand hat sich die Mühe gemacht uns irgend etwas zu erklären, geschweige denn die italienischen Konversationen zumindest ansatzweise zu übersetzen.
Irgendwann hat uns eine Dame zum Flieger geschoben, ohne uns darüber aufzuklären wie es jetzt weitergeht mit uns, was mit unserem Gepäck passiert, das zwar nach Wien durchgecheckt war, zwei Tage später aber immer noch nicht da ist, oder an wen wir uns in Rom oder Mailand wenden sollen. Das einzige was wir bekommen haben war ein Zettel mit anderen Flugmöglichkeiten drauf, um die wir uns in Rom dann selber kümmern sollten. Wieder Kundenfreundlich.
In Rom sind wir selbstständig zum Flieger nach Mailand gelaufen (!), da es wieder niemand der Mühe wert gefunden hat uns beim Transfer zu assistieren. Wozu denn auch. Passagiere sind für die Alitalia und AirOne Gruppe offensichtlich nur das leider notwendige Übel einer Fluggesellschaft. Sollen doch selber schauen wo sie bleiben.
Den ersten Kontakt mit einem Hauch von Kompetenz hatten wir im Flieger nach Mailand. Ein netter Steward, der zumindest den Anschein erweckt hat als würde ihn unsere Geschichte interessieren. Helfen konnte er uns trotzdem nicht. Den Sprint auf dem Mailänder Flughafen haben wir gegen die Zeit verloren. Es wäre wahrscheinlich zu viel verlangt gewesen am Gate anzurufen und unsere Ankunft anzukündigen mit der Bitte noch 5 Minuten auf uns zu warten. Im Zeitalter der drahtlosen Telefonie kann so etwas anscheinend trotzdem ganz schön schwierig sein.
Der Flieger nach Wien war weg und wir sind auch in Mailand wieder von Schalter zu Schalter, von gelangweilt dreinblickendem Flughafenpersonal zu gleichgültiger Inkompetenz geschickt worden um unsere Tickets umzubuchen. (”Sorry, this is not our fault. You have to go over there”). Die Dame beim Alitalia Schalter hat sich dann noch 10 Minuten lang schwer getan den Unterschied zwischen Abflug und Ankunftszeit kognitiv zu erfassen und wollte uns erklären, dass wir doch noch so viel Zeit hätten bis zum Abflug. Der Flieger hätte um 21.25 in Wien sein sollen, sie hat gemeint “Arrival” heißt “Abflug”. Als sie ihren Fehler eingesehen hat, hat sie gemeint sie sei nicht zuständig. Wie überraschend.
Schlussendlich, eine weitere halbwegs kompetente Mitarbeiterin von Air-One, die zwei von uns (Nitsch/Miniberger) in einen Flieger nach Wien gebracht hat und den anderen beiden (Steinberger/Zavarsky) ein Hotelzimmer und einen Flug am nächsten Tag um 8 Uhr früh organisieren konnte. Zumindest das hat scheinbar funktioniert. Scheinbar. Am nächsten Tag in der Früh, um 6 Uhr beim Check in, ist uns mitgeteilt worden, dass wir nicht auf den 8 Uhr-Früh-Flug, sondern auf den 8 Uhr-Abend-Flug gebucht worden sind. Ist ja auch schwierig, die Unterscheidung zwischen Morgens und Abends. Mittlerweile war die Austrian Airlines für uns zuständig, daher hat das Umbuchen auf die Morgenmaschine relativ anstandslos funktioniert.
Drei von Fünf Gepäckstücken sind mittlerweile angekommen – 24 Stunden zu spät. Eines davon schwer beschädigt. Von einem Rucksack und einem Koffer fehlt immer noch jede Spur. Die – mitunter medizinischen Behelfsmittel und andere – Sachen die sich im Koffer befinden können noch zwei bis drei Tage auf sich warten lassen. Aus Übersee sind Gepäckstücke schneller als von Italien nach Wien.
Steinberger und Zavarsky konnten montags wichtige Termine nicht wahrnehmen, in Ermangelung des Handyladegeräts, das sich im Gepäck befindet, ihren Geschäftspartner nicht adäquat absagen. Miniberger und Nitsch hatten keinen Zugriff auf die Geschäftsunterlagen, die sie für ihre montagliche Besprechung benötigt hätten, da sich diese im Gepäck befanden und wahrscheinlich in Mailand im Kreis drehten.
Verspätungen können passieren, das wissen wir. Die Häufung in diesem Fall und die geringe Bereitschaft seitens des Personals der Alitalia und AirOne Gruppe die entstandenen Unannehmlichkeiten zu kompensieren sind absolut unzumutbar.
Wir erwarten entsprechende Kompensation für die uns entstandenen Unannehmlichkeiten. Nicht in Form von Flugmeilen mit der Alitalia, wir werden die “Dienste” dieser Fluglinie nicht mehr in Anspruch nehmen.
Dieser Brief ergeht auch an:
- Christian Böhmer, Kurier
- Eva Neumann, ATV
- Clemens Zavarsky, Kronen Zeitung
- Customer Service Center der Austrian Airlines
- Customer Service Center der Lufthansa
- Presseabteilung Vienna Airport
- Robin Reisen Reisebüro
- Konsumentenschutz Arbeiterkammer Wien
- Bürgerservice Stadt Wien
- Bürgerservice des Außenministeriums
- Discover the World – Austrian Sales Agent
- Discover the World – German Sales Agent
Wir werden der Selben Personengruppe Ihre Antwort mitteilen. Ich hoffe Sie können uns eine adäquate Entschädigung anbieten.
Grüße
Mag. Irene Zavarsky
Mag. Sigrid Nitsch
Clemens Miniberger
Mag. Peter Steinberger
Tags: Alitalia, Fliegen, Inkompetenz, Italien, Urlaub
This entry was posted on Tuesday, April 21st, 2009 at 11:10 pm and is filed under Politik. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
April 22nd, 2009 at 9:04 pm
bin von dem holzhammer beeindruckt und warte gespannt auf die fortsetzung.
und ich fliege nie mit alitalia und airone!
May 29th, 2009 at 8:44 am
Na ja, mit Alitalia habe ich genug Probleme in diesem Winter gehabt. “Overbooking” heisst das. Und sie suchen Flüge, und sie senden Sie nach einer Stadt, wo Sie ankommen, um zu erfahren, das der Umsteigenflug, den Alitalia für Sie “gebucht” hat, keine Plätze mehr hat, und der Vertreter von Alitalia ist nicht mehr da, und das Hotel bekommen Sie auf Ihre eigene Kosten. Viel viel Spass also…
June 2nd, 2009 at 7:40 pm
Wir haben einen Brief bekommen, da stand drinnen “nach eingehender Prüfung ihres Falles sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir nicht zuständig sind”… überraschend, würd ich sagen ;)
July 8th, 2009 at 5:05 pm
Erinnerung an AirOne | Navigator of Ignorance says:[...] Der Rückflug mit eben dieser heiligen (?) Allianz artete zu einer zweitägigen Odysee aus. Genaueres kann man bei Iza nachlesen. Wir haben nur einen Brief bekommen, indem man sich für nicht zuständig erklärt. [...]
August 13th, 2009 at 1:49 pm
Hätte ich diesen Blog-Eintrag doch nur früher gelesen…
Ich bin am letzten Sonntag mit Air One von Pescara nach Mailand geflogen. Von Mailand gings mit der Lufthansa weiter nach München. Allerdings ging in Mailand am Flughafen Linate unser Gepäck verloren. Da für verlorenes Gepäck die Fluggesellschaft vom Zielflughafen verantwortlich ist, haben wir unser Gepäck bei der Lufthansa als vermisst gemeldet. Zuerst hieß es noch, dass Gepäck sei in Mailand identifiziert worden und würde noch am selben Abend über Frankfurt nachgeschickt werden, aber das passierte offensichtlich nicht. Seitdem stehe ich täglich mit der Lufthansa in Kontakt, die mir leider auch nur sagen kann, dass sie auch nach mehreren dringlichen Nachfragen nichts von Air One, Alitalia und dem Flughafen Linate gehört hat. Heute habe ich dann bei Alitalia direkt angerufen um mich zu erkundigen und wurde blöd angemacht, dass das die Sache der Lufthansa sei. Als ich fragte ob mir bei Alitalia irgendjemand behilflich sein kann, wurde aufgelegt. Sowas habe ich noch nie erlebt. Air One und Alitalia – nie mehr!
March 11th, 2010 at 1:30 pm
Ein wirklich toller Beitrag. Ich habe ihn über yahoo gefunden und freue mich gleich weiter lesen zu können.