Archive for the ‘IC in US’ Category
AIDS 2010
Ich war ja nur ganz kurz. Und auch nur im Global Village.
Vor allem eine Organisation hat meine Aufmerksamkeit gefangen: AIDES. Fronsösisch. Mit Dick, dem Penis, der gute Tips für alle Straßenlagen hat.
Willy Graffiti, der nur mit Kondom glücklich werden kann. Und einem coolen SM-Comic, das ich da jetzt nicht her poste (bis 20:30 ist noch offen… ich sags nur). Immer mit der selben Aussagen: es gibt 1000 verschiedene Arten zu lieben, aber nur einen Weg dich zu schützen.
Aides macht echt nette Comic Videos. Für die meisten muss man sich bei youtube anmelden, weil sie erst über 18 freigegeben sind. (Es kommt nämlich Sex vor. Pfui!) Also ob unter 18jährige die Info nicht auch nötig hätten…. Tz!
Wieder ein Grund mehr, französisch zu lernen!
Extrem gefährlicher Computervirus legt Campus lahm
Subject: EMERGENCY – Please shutdown or remove computers from network
Sorry for the odd email, but there is a security outbreak that is infecting
computers on the network, so we are requesting that you have all users in
your department remove their computers from the campus wired network
IMMEDIATELY.We haven’t heard of issues on wireless networks or Macs getting infected -
only Windows machines.
Klingt ja gefährlich, und wenn die Mädels und Jungs von der Informatik das Problem nicht innerhalb von 10 Minuten gelöst haben, sondern campusweite Leute rumlaufen müssen um Computerkabel aus der Netzwerksteckdose zu ziehen, umso mehr Grund zur Beunruhigung. Gut, dass ich einen Mac hab, dachte ich mir mal wieder.
Der Tag war überaus kommunikativ. Am Gang standen ProfessorInnen rum, die, da sie keine Emails checken konnten, einfach mal mit den AssistentInnen vom Nebenraum konversierten. Teaching Assistants konnten keine Arbeitsblätter aus dem e-Folder downloaden und mussten daher mit ihren Studis spontan reden. Und alle fragen sich: was ist das wohl für ein Virus, der so schnell und erbarmungslos einen ganzen Campus lahmlegen kann? Mac BenutzerInnen googelten zwar stolz und wichtig, konnten aber auch nichts herausfinden.
So verging der Tag, bis dann am Abend die erhellende Nachricht kam:
Subject: Faculty, student machines
Well, after working on this issue most of the day, and after finally fining out what the problem was (bad definition file from McAfee, not a virus) I am just going to suggest that everybody just go ahead and turn the computers on.
I thought it was funny. No wonder Macs were not affected…
Academia, revisited
Sometimes I feel like I don’t belong anywhere
It’s gonna take so long for me to get to somewhere.(Alicia Keys)
We started that project, reflecting on our life and surroundings, and we did not know where it would lead us. We still do not know exactly, but we took some people along aleady.
We put ourselves in it, in the body, the cypher and the love. I am still moved, every time I watch the video. Just cannot get enaugh. Thank you Tanya, you are an amazing poet, and a rock-star scholar, thank you Christina, you are a wonderful singer, and I love your deep and sophisticated thoughts.
When we show the video, we ask people to close their eyes and listen to Christina sing. Only, when Christina is finished, start the video.
We wrote a text for Dr. Browns´ Hip Hop Feminism Anthology, and if it wasn´t for Copyright I would post it here, because it turned out to be amazing. Sorry. But you can still buy the book in fall….
Bulls, Balls and Beer
Die Cowboyhutdichte in St. Louis war beeindruckend. Ebenso der Testosteronspiegel. Nicht nur in der Arena und im Bullen-Stall sondern auch auf den Zuschauerrängen. Real men like to ride Big Balls. Bullen, zum Beispiel. No Homo! (Das machen sie notfalls recht lautstark klar.)
*** Sollte gerade kein passender Bulle vorhanden sein, kann ersatzweise ein silberner Hodensack zwischen die Hinterreifen des Ford-F150 King Ranch gehängt werden. Dort doingelt er dann vergnüglich im Straßenverkehr vor sich hin. Ich hab so fasziniert gestarrt, dass ich leider die Kamera zu spät gezückt hab. Da waren die PS samt Hoden schon in einer Staubwolke am Horizont verschwunden.***
Zurück zu den Bullen und ihren Reitern. Da sitzen nun also 2000 Leute im Scottrade Center von St. Louis und schauen den (K)Codys, Clints und Donnies zu, wie sie von buckelnden Bullen absteigen. Manche brauchen 8 Sekunden, andere sind schneller unten. Manche versuchen auf die Form zu achten, andere haben andere Sorgen.
Dazwischen gibts ein paar gratis T-Shirts von Jack Daniels und Werbung für Ford Trucks. Manchmal reitet der Sicherheitscowboy eine Runde, wenn ein Bulle partout die Arena nicht verlassen will, oder der Rodeo Clown erzählt einen lustigen Witz. Unterhaltung mit sehr kurzen Aufmerksamkeitsspannen. Ich hab ein Bud Light getrunken und mich prächtig amüsiert. Nachdem sich das Gerücht in Luft aufgelöst hat, dass die Bullen an einer besonders empfindsamen Stelle eingeschnürt werden, damit sie höher hüpfen, sogar ohne schlechtes Gewissen: Buckeln ist genetisch veranlagt!
“The success of bucking bull breeding programs around the world has proven that genetics is the most prevalent factor in determining a bull’s desire and ability to buck. One of the most common misconceptions about bull riding is that the flank strap is tied to the animal’s testicles; this is far from the truth. This is a soft rope that is loosely tied around the bull’s midsection in the flank area and slipped onto the bull when it enters the alley to the chute.
It has nothing to do with the genitals, as some uneducated [! f****** tree-huggers!; Übersetzung: IZ] detractors would attest. In fact, care is taken to ensure that the genitals are not involved, as that would adversely affect the performance of the bulls. The flank rope is more of an annoyance than anything else, and the bulls will kick their hind legs out at the height of their bucking action in an effort to dislodge it, resulting in a more uniform and less erratic performance.
Alles völlig harmlos und tierfreundlich, um nicht zu sagen, tierliebend. Ein Streichelzoo! Die Bullen heißen in der Fachsprache auch ganz professionell Animal Athletes und werden behütet, umsorgt und gepflegt. Kosten ja auch schließlich genug, die Viecherl.
- Bulls receive 25-30 lbs of a special blend of mixed grain per day. Blend varies depending on the bull’s needs and the stock contractor.
- Bulls receive 20 lbs of Alfalfa or Alfalfa-grass blend per day.
- Bulls receive a B-12 complex vitamin shot every two weeks.
- Bulls receive a health inspection any time they have to cross state lines.
- Bulls are only allowed to travel a maximum of 8 hours per day. After 10 hours, the bulls are rested for 12-14 hours.
- Bulls are standing in 6-10 inches of sawdust shavings during transport.
- Each stock contractor has a local veterinarian on call for their bulls.
Die haben mehr Health Care und bessere Working Conditions als ein/e durchschnittliche/r AmerikanerIn. Im Gegensatz dazu müssen die zukünftigen Bull-RiderInnen gleich bei der Anmeldung mit Namen und Telefonnummer angeben wer der Beneficiary ihrer Lebensversicherung ist. Gleich neben “Contact in Case of Emergency”… Ein Stufenplan, quasi.
Hand aufs Herz
In den USA kann man mit gutem Gewissen entweder sportlich und ernährungsbewusst oder dick sein. Ich hab mich, ganz aus dem Bauch heraus (pun intended), für Ersteres entschieden. Nachdem von nix nix kommt geh ich jede Woche brav eine Stunde schwimmen. Ins Hallenbad. Ins Activity and Recreation Center (ARC) am Campus. Ich schwimmte, schwam und schwom einige Wochen so dahin bis ein ständiges Ziehen im Nacken mir signalisiert hat, doch besser den Stil zu wechseln.
Also hab ich mir eine Schwimmbrille ausgeborgt, die Sternfahrerin gefragt, wie ich es anstelle, nicht sofort zu ertrinken, und mit dem Kraulen begonnen. Die ersten zwei Längen hab ich noch tüchtig Wasser geschluckt, dann hatte ich es heraußen und bin, selbst- und umweltvergessen(d), vor mich hingekrault. Nach einiger Zeit wird dann auch die Sicht, trotz Brille, schlecht und das ständige Zwiiiiiiisch – Zwiiiiiiisch – Zwiiiiisch – Haaaaaaa zeigt eine fast meditativ-hypnotisierende Wirkung. Ideale Bedingungen um über weltbewegende Themen, Seminararbeiten und das Leben an und für sich nachzudenken.
Jetzt muss ich natürlich sagen, dass an diesem speziellen Tag gerad eine Illini-Sportveranstaltung im Hallenbad stattgefunden hat. Ein Wettschwimmen. Der Nordteil des Beckens war also bevölkert von einer Horde SchwimmerInnen in farblich abgestimmten Badehauben, die, in atemberaubender Geschwindigkeit, die Bahnen auf- und abgeflitzt sind: Zwisch-Zwisch-Zwisch-Ha. Im Südteil waren die üblichen HobbykraulerInnen, emeritierte ProfessorInnen und Aus-mir-wird-noch-mal-was-DelphinschwimmerInnen. Weils dort auch eng war, war ich dazwischen, im Sprungbecken.
Mein meditatives Konditionstraining war also ständig gestört von, auf der einen Seite schäumenden uniformen Wassermassen und auf der anderen Seite spritzenden, aus der Bahn kommenden, querschwimmenden IndividualistInnen. Sehr lästig. Irgendwie hab ich es trotzdem geschafft, mir meine Bahn zu etablieren und versucht, mich nicht stören zu lassen. Ganz in Gedanken versunken – ich hab gerade nachgedacht über die Bedeutung von Sutur und Aparatus in Hitchcocks Psycho – hab ich plötzlich aus dem Augenwinkel eine flatternde US-Flagge gesehen und, eine Sekunde später, festgestellt, dass ich ganz alleine im Becken bin.
Die Brille auf die Stirn schiebend und wassertretend (Sprungbecken = tief) bin ich, leicht verwundert, aufgetaucht. Da sind sie alle am Beckenrand gestanden, die Hand am Herzen, den Blick auf den Videoscreen mit der animiert flatternden Flagge gerichtet und aus dem Lautsprecher tönte die Nationalhymne. Und ich als einzige Mitten in der Mitte vom Becken. Mein erster Gedanke war: ist schon Juli…? Mein Zweiter war: So peinlich (also ich)! Mein Dritter: Klar! Sportveranstaltung, da ist das immer so! Mein Vierter: So peinlich (diesmal sie)!
Kurz hab ich ja überlegt einfach wassertretend auf der Stelle zu bleiben und zu hoffen, dass mich niemand bemerkt. Hm. Kurz. Nachdem das Wasser im Becken doch sehr durchsichtig ist und ich ausserdem Angst hatte, vor lauter unterdrücktem Lachen aus Versehen unterzugehen (dann hätte ich am Ende noch so einen schicken Rettungsschwimmer in einen Gewissenskonflikt gestürzt – Hand am Herz lassen oder unpatriotische Ausländerin retten?) bin ich dann doch ganz sachte, leise und vorsichtig an den Rand geschwommen und hab dort, in mich hineinkichernd, gewartet bis alles vorbei ist.
Sachen gibts…
Überwachung 104
Weyer hat ca. 4.300 Einwohner und eine Webcam. Das ist bevölkerungstechnisch der selbe Stand wie 1869. In den 50er Jahren waren es fast 6.000 (!). Aber das ist hier eigentlich nebensächlich. Die Hauptsache ist die Webcam.
Am Rathaus montiert, hat sie den gesamten Marktplatz im Überblick, vom Pfarrzentrum bis zum Eggererschloss.
Das Bild updatet auch halbwegs schnell. Man kann Veränderungen im Straßenbild im Sekundentakt feststellen. Schniek. Lustig ist auch, dass man die Kameraposition selbst im Browser verändern kann. Ein bisschen nach rechts, ein bisschen nach linkst, zoomen und schon sieht man wer gerade in die Sparkasse hineingeht, ob grad Stau ist am Marktplatz und man deswegen lieber nicht mit dem Auto einkaufen fährt oder ob schon wieder wer in zweiter Spur vor dem Fleischhacker parkt obwohl das doch verboten ist. Besonders eifrige BürgerInnen können die betreffende Person dank guter Bildauflösung auch gleich anzeigen. Ordnung muss schließlich sein!
Nachdem nur eine Kamera montiert ist - zumindest weiß die Öffentlichkeit nur von einer, wer weiß, von wo aus man sonst noch überall beobachtet wird, wenn man sich ein unschuldiges Wurstsemmerl holen geht – wird die natürlich von verschiedenen Leute gleichzeitig bewegt. Als interessierte Sozialwissenschafterin kann man sich also einfach vor den Computer setzen und schauen was Leute so schauen.
Ecke Hollensteinerstraße dauert mit Lastwagen immer ein bisschen länger, wegen dem engen Vor und Zurück. Die aufmerksame Ehefrau hat also genug Zeit das Essen in die Mikrowelle zu stellen während der Gatte in der Hollensteinerstraße steckt. Es sei denn, er geht noch auf ein Seiterl ins Käfler. Aber auch das lässt sich leicht feststellen.
Richtig genutzt kann diese Technologie das Leben von 4.300 WeyrerInnen grundlegend verändern. Besorgte Eltern wissen zu jeder Tages- und Nachtzeit ob sich die Kinder auch wirklich auf dem versprochenen Heimweg befinden. Kavalliersdelikte wie Falschparken oder die sonntägliche Zeitung stehlen werden immer riskanter, man weiß ja nie wer einem über die Schulter schaut. Ich bin sicher der “Delikt anzeigen” Button für die Webpage ist schon in Auftrag gegeben.
Aber auch die kleinkriminelle Seite hat es leichter: Bankräuber können bequem von zu Hause aus das Kommen und Gehen in der Sparkasse beobachten. Aufmerksame Beobachter wissen, dass Herr X sein Auto nie absperrt wenn er auf ein Plauscherl in die Konditorei geht, und dass Frau Y ihre Geldbörse immer in die Außentasche ihres Einkaufssackerls steckt.
Jetzt muss nur endlich wer die toten Fliegen melden, damit die Überwachung wieder lückenlos funktioniert.
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