Impressions of St. Louis

RoadtripSt. Louis - The Gateway to the WestArch & MississippiLion on the streetBack to the Future every weekAnd after church, we go to Church´s for lunch!Wünschebrunnen im KunstmuseumCity "Museum"Try not to bruise your kneesPlanes_Cages_TunnelsDrahttunnel in 20m Höhe - funky!Mirror, Mirror...

St. Louis ist ja an und für sich keine Stadt in der man unbedingt alt werden muss. Aber so für ein- zwei Tage sehr nett zu besichtigen. Vor allem mit der netten Roadtrip-Crew mit der ich unterwegs war.

Ich will hier gar nicht mehr Worte verlieren. Adrian hat einen umfassenden Bericht geschrieben, hier nachzulesen.

Dem ist nur hinzuzufügen, dass der Ooey-Gooey-Indian, den wir im Powakah-Diner in Pocahontas, Illinois, gegessen haben wirklich vorzüglich war.

Marching music makes me hot

Von wegen Schulbands sind langweilig!

Marching Illini (sprich: martsching eileinei) ist a) riesig groß, b) eine ziemliche Stimmungskanone, c) spielt lustige Hits (so wie “Living on a Prayer”), d) hat Cheerleader und e) die Instrumente haben lustige Choreographien beim Spielen. Die Tubas (oder Tuben?) drehen sich zum Beispiel immer im Takt: rechts, mitte, zurück, mitte, rechts, mitte, zurück, mitte, usw. Schon sehr beeindruckend wenn 20 Tubas das gleichzeitig machen. Und wahrscheinlich ziemlich anstregend. Die Trompeten hingegen werden über dem Kopf gehalten und im Takt hin und her gewiegt.

Nachdem das Orchester so groß ist gibts einen Hauptdirigenten, der steht auf der Leiter in der Mitte – vor den Bläsern und hinter den Cheerleadern – und zwei bis fünf “Nebendirigenten”. Die stehen vor den anderen Bläsern und kopieren das, was der Haupdirigent macht. Damit die Bläser ihre Köpfe nicht drehen müssen. (Sonst wär die ganze Tuba-, Saxophon-, Trompeten-Choreographie kaputt).

Die Cheerleader lächeln und hüpfen im Takt. Auch sehr schick.

Ich freu mich schon auf mein erstes Football-Match. Die Marching Illini sind nämlich die Hauptanfeuerer der Figthing Illini (sprich: feiting eileinei). Da wird dann sicher wieder “Hail to the Orange” (find ich ja persönlich recht witzig… Ich frag mich, ob die Spieler dann auch mit Orangen beworfen werden wenn sie verlieren…) und der Loyalty Song gespielt, ein ganz typisches Schulbandlied.

marching Illini iiiMarching Illini Imarching Illini 2

Die Band war eindeutig das Highlite des Sweet-Corn-Festivals. Sweet Corn hab ich keins bekommen weil am Nachmittag so eine lange Schlange anstand und ich nicht warten wollte und am Abend das Sweet Corn aus war. Am Abend hat dann War gespielt. Die waren auch gut – aber nicht so mitreißend wie die Marching Illini. In den USA ist es anscheinend sehr üblich sich sein Campingsesserl überall hin mitzunehmen. Da ist ein Festival, da spielt eine Band – schwupp, werden Sesselchen ausgeklappt, Reihen gebildet und wo man vorher noch unbehindet tanzen konnte stolpert man jetzt über Füße und Knie frierender, in Decken gehüllter Menschen. Man wird aber dafür nicht – wie bei uns – angeraunzt. Nein, die lächeln und sagen “Oh, sorry. Shall I move back?”

Quad Day

Alma MaterQuad DayPirates

Die Alma Mater freut sich: nie erscheinen ihre Kinderlein soooo zahlreich  wie am Quad Day. Quad Day hat vor allem den Sinn, all die jugen Freshmen and -women in eine oder mehrere der zahlreichen Unigruppen zu integrieren. Die Graduate Bible Study Gruppe wirbt neben der Pagan Students Association und den Buddhists for World Peace um die religiös interessierten Neuankömmlinge. Die Atheists, Agnostics und Freethinkers sind im Programm übrigens auch als religiöse Gruppe geführt. Schließlich gibts auch Kirchen für AtheistInnen. Nur weil sie nicht an Gott glauben heißt das ja noch lange nicht, dass sie auf das hübsche Haus verzichen wollen. Logisch.

Ich hab mich bei den Pirates of Champaign in die Mailingliste eingetragen. Sie haben mir zwar nicht genau erklären können was sie tun, ausser “more fun as a pirate” haben und den Talk-Like-a-Pirate Day feiern. Haben ein wenig ziellos gewirkt. Vielleicht brauchen sie ja einen neuen Captain… Mal schauen was sich da ergibt.

Dann werd ich in Zukunft auch Emails vom Climbing Club bekommen. Es gibt zwar keine Berge in der näheren Umgebung, aber vielleicht stellt ja wer wo eine Kartonwand auf. Passiert in Hollywood ja auch oft genug. Besonders gespannt bin ich schon auf die Model United Nations. Ich bin ja bis jetzt nicht ganz sicher ob das “wir spielen Vereinte Nationen” oder “wir suchen – ganz divers – das nächste Top-Model” bedeutet. Es ist unter International gelistet. Das würd jetzt auf beides passen.

Besonders vorurteilsbestätigend waren die “go Greek” Fraternities/Soronities: uniformiert in den jeweiligen “Alpha-Phi-Sigma”, “Iota-Theta-Kappa”, …  T-Shirts, mit den selben Röcken/Hosen tauchen sie nur in Gruppen auf und sind vor allem eins: so cool. Kein Wunder, dass die alle bei Scream und Ich weiß was du letzten Sommer getan hast vorkommen (und innerhalb der ersten 20 Minuten umgebracht werden). Böse. Ich hoff ich hab keine in meinen Kursen. Sonst kann ich hier nur mehr verschlüsselt schreiben.

Und, ja liebe FüchsInnen, ich hab natürlich auch die Impro-Szene ausgecheckt (Improv, wie das hier heißt). Werd mir mal anschauen was die KollegInnen da so zu bieten haben. Wenn der Boden gut aufbereitet ist für uns, dann fang ich an Tourdaten zu verhandeln.

Jesus LoveSmart OnesCheerleader

Walking in Memphis

Es ist jetzt schon eine Weile her, fast kommt es mir vor wie eine Ewigkeit, aber letzte Woche war ich in Memphis. Nicht nur in Graceland, wie der letzte Eintrag Glauben machen könnte. Memphis ist viel mehr als Elvis. (Auch wenn er natürlich schon was ganz besonderes war – und so hübsch….!).

At what time & place in history would you like to be? Definitely Memphis in the 50ies & 60ies!

Musikalisch haben sich rund um das berühmte Sun Studio schwarze und weiße Musiker und Musikerinnen gefunden und Platten aufgenommen. Sam Phillips, der Besitzer des Studios, war explizit auf der Suche nach neuen, noch unbekannten Talenten. BB King, Johnny Cash, Roy Orbison, Anne Peebles, Ike Turner, Elvis Presley sind nur einiger der großen Stars, die irgend wann mal hoffnungsvoll in das Sun Studio gestolpert sind und für 4 Dollar ihre erste eigenen Platte aufgenommen haben. Sam hat prinzipiell jedem und jeder eine Chance gegeben. Er hat alles aufgenommen. Was ihm gefallen hat, hat er versucht weiter zu fördern.

Er hat ausserdem 1955 den ersten Frauenradiosender gegründet: WHER – The World´s First All-Girl-Radio-Station. Pretty fortgeschritten für 1955, hm? Das Konzept war einfach: nur Frauen stehen hinterm Mikro und machen Radio. Pretty effective, too!

Sun StudiosGibson Guitar FactoryBeale Street

Beale Street is the place to be to listen to live music. Jedes Lokal und jede Straßenecke hat ihre eigene kleine Blues-, Soul- oder Rockband. BB Kings Cafe bietet Blues zum Abendessen und wer dann nacher noch spazieren gehen will kann sich den Live-Überlagerungen hingeben. Oft ist es echt schwer zu sagen wo der eine Beat aufhört und der andere anfangt. Selbstredend, dass Gibson dort eine Gitarrenmanufaktur hingestellt hat. Wo sonst?

Der zweite Grund warum Memphis berühmt geworden ist, ist die Ermordung von Dr. Martin Luther King Jr. am 4. April 1968 vor dem Lorraine Motel. Ein Scharfschütze aus dem Haus gegenüber hat ihn vor seinem Motelzimmer erschossen. Er wär grad auf dem Weg zum Abendessen gewesen. Lorraine Motel ist umgebaut worden zum National Civil Rights Museum. Die Fassade des Motels ist stehengeblieben und am Balkon hängt ein Blumenkranz. Sogar die Autos stehen noch vor der Tür.

Auch wenn die Fiaker mit komischen Cinderella-Kutschen durch die Stadt fahren, Memphis ist immer noch eine großartige Stadt… und zwei Tage sind viel zu wenig! Cheers!

Lorraine MotelPrinzessinnenkutscheIrene in Memphis

Voodoo

Marie Laveau ist die Voodoo Queen of New Orleans. Als Heilerin und Voodoo-Priesterin wurde sie von tausenden Menschen verehrt. Sie hat ausserhalb der Stadtmauern (Rampart Street) am Congo-Square praktiziert. Innerhalb der Stadtmauern war Voodoo verboten. Heute noch wird ihr Grab auf dem Cementry Nr. 1 mit Kreuzerln und kleinen Opfergaben (ein Lippenstift, ein Bild, eine Sonnenbrille, …) bedacht.

Das ist das nette an Voodoo – alles kann ein magischer Schutzgegenstand, ein Talisman werden. Auf Voodoo Altären liegen alle mögliche Sachen rum: Zuckler, Bilder, Zettler mit guten Wünschen drauf, Ringe, Ketten, Plastikperlen, Kondome…. egal, the spirits don´t care. Es werden auch katholische Heiligenfiguren verwendet, als Kanalisierung der guten Geister. Da steht dann Mutter Maria auf einem Haufen Opfergabenzeugs, ein Kerzerl brennt daneben und fertig ist der Voodoo-Altar.

Marie LaveauVoodoo AltarGrave of Marie Laveau

Auch Voodoo Puppen sind viel harmloser als vermutet. Eigentlich waren Voodoo Puppen eine Möglichkeit für den Heiler oder die Heilerin sich zu merken warum die PateintInnen bei ihm waren. Er macht ein Pupperl, das so aussieht wie du. Wenn du wegen Schulterschmerzen gekommen bist – ein Steckerl in die Schulter stecken. Fußweh – Steckerl in den Fuß. Wenn du wiederkommst, nimmt sie dein Pupperl und erinnert sich wesewegen du da warst. Logisch, eigentlich. Und praktisch.

Natürlich, ein paar Gebete, die Geister um Hilfe bitten, ein paar Zaubertränke von Madame Laveau fetten das Ganze dann noch auf. Madame Laveau war ja auf Liebeszauber spezialisiert. Hier ihr Geheimrezept – use it wisely, it could change your life ,)

LiebeszauberVoodoo FiguresHow to make a Voodoo Doll

Wer in Zukunft verzweifelt seinen zweiten Handschuh sucht… it could be Voodoo!

Das ist dann auch schon alles was im Voodoo Museum von New Orleans ausgestellt ist. Das Museum ist witzig. Vor allem die Kassafrau, die gerne und lang Geschichten über Voodoo erzählt. Ich weiß jetzt zum Beispiel auch wie man Zombies macht.