Reine Lehre

Ich leite momentan gerad einen Kurs auf der Politikwissenschaft zu Qualitativen Methoden und Filmanalyse. Der Kurs macht Spaß, die Studierenden wollen viel Feedback, das ist gut so, und sie bekommen es auch. Nachdem es auf der Politikwissenschaft noch nicht die Unmengen an Literatur zur Filmanalyse gibt, bin ich dabei meine Dissertation in Power Point Folien zu operationalisieren. Das ist nicht immer einfach, allerdings lerne ich auch selber viel dabei und es macht ebenfalls Spaß. Alles in allem bin ich ca. 25 Stunden pro Monat mit der Lehrveranstaltung beschäftigt. Laufend. Also, ohne Korrektur der Abschlussarbeiten, vorweg Emailbetreuung etc.

Heute habe ich einen Blick auf meinen Kontostand geworfen und gesehen, was der Uni der ganze Spaß wert ist. 229 Euro pro Monat. Davon geht die Hälfte an Steuer und Sozialversicherung weg. D.h. es bleiben 115 Euro. Nachdem ich ein Dienstverhältnis an der Uni bekleide (so heißt das im BeamtInnendeutsch), wird davon ausgegangen, dass ich einen Teil der Vorbereitung in meiner Arbeitszeit erledigt. Gut, das stimmt. Sagen wir also, ich bin nur 12 Stunden ausserhalb meiner Arbeitszeit mit der Lehrveranstaltung beschäftigt. Das ergibt immer noch einen Stundenlohn von sagenhaften 10 Euro netto. 10 Euro. Es zahlt sich echt aus zu studieren und Lehrende zu werden! Mein Bruder verdient als ungelernte Ferialjob Hilfskraft mehr.

Ja, ich weiß. Ich habs eh gewusst. Selber schuld.

Trotzdem bleibt mir immer wieder kurz die Luft weg, wenn ich mir vor Augen führe, wofür ich da so tagtäglich arbeite. Was universitäre Bildung denn tatsächlich wert ist. Nüsch, nämlich. Jede andere Fachkraft würd kurz lachen, die Schultern zucken, sich umdrehen und gehen.

Dafür verstauch ich mir heut beim Basektball fix den Fuß. Dann zahlt sich zumindest der Batzen Sozialversicherungsbeitrag aus, den ich da immer brav einzahle.

Couldn´t decide….

Ohio, Montana, New York, Lousiana, …. Ich hatte immer schon Probleme mich zu entscheiden, wenn es zu viel zur Auswahl gab: Vollnuß, Weiße Schokolade oder Erdbeer? Was weiß ich!?! Renault, Opel, Chrysler? Kommt drauf an…

Bei den amerikanischen Unistädten geht es mir ähnlich. Nachdem die Top-Five (Berkeley, Stanford, UCSF, Harvard, UCLA) nicht dabei sind fällt es mir echt schwer. Die einzige Frage, die ich heute vor der Fulbright Kommission nicht beantworten konnte. “What can we do for you? Where do you want us to take you?”

Vielleicht auch weil sie ein bisschen überraschend kam. Wann wird man bei einem Bewerbungsgespräch  sowas schon gefragt? Es hätt ja wirklich jede Stadt ihren Reiz. In New Orleans bangen und hoffen, dass nicht wieder ein Kathrina kommt, und wenn, dass ich meinen Kite rechtzeitig aufgebaut habe, die Leinen halten und die Landung nicht direkt auf einem Krokodil ist, in Misoula, Montana, auf die Rocky Mountains klettern oder an der University of Cinncinati eine Vorlesung bei Neil Armstrong besuchen? I want it all… ;)

Jetzt heißts warten und hoffen. Darauf, dass sie mich wirklich wollen und dann, dass sie eine coole Uni für mich aussuchen. In der Zwischenzeit klick ich mich durch die Unipages, die Fulbright zu Auswahl anbietet und versuch mich in meiner Vorfreude nicht zu sehr festzulegen. Schließlich will ich ja nicht enttäuscht werden.

Online University

Wer würde nicht gerne in Berekley, California, studieren? Nicht nur wegen den tollen Kite-Stränden gleich dort in der Nähe. Nein. Wegen dem guten Ruf, der spannden Lehre, den Vorträgen von renomierten WissenschafterInnen oder GastreferentInnen.

Zum Beispiel Douglas C. Engelbart, der dafür verantwortlich ist, dass unser rechter Zeigefinger zum Thema für die Medizin geworden ist. Oder Robert Reich, Sectretary of Labour unter Bill Clinton, der über The Art of Teaching spricht.

Berkeley stellt diese Vorträge und eine ganze Reihe von wöchentlichen Lehrveranstaltungen via webcast zum Download zur Verfügung: webcast.berkeley.edu

Zum Teil mit Video, zum Teil als mp3, zum Teil zum Online hören. Das schöne ist: die Qualität ist gut, die Vorträge sind spannend und für viele der Lehrveranstaltungen gibt es begleitende Weblogs, auf denen man die Texte, die in den Vorlesungen verwendet werden, nachlesen kann.

Die Bandbreite ist riesig: Quantenphysik, Politikwissenschaft, Psychologie, Geschichte, Biologie, Statistik… whatever you like. Ideal für unterwegs, am i-pod, im Auto, anstelle von Hörbüchern oder Musik: Climate Change: Law and Policy oder Foundations of American Cyber-Culture oder Multivariable Calculus.

Very enjoyable. Danke für den Tip!

Unnützes Wissen

1976 heiratete eine Frau aus Los Angeles im Beisein von 20 Gästen einen 50 Pfund schweren Felsen.

Rehe essen gerne Bananen.

Wenn sich ein Mann niemals rasieren würde, würde sein Bart im Laufe seines Lebens ca. 9 Meter lang werden.

Das längste bekannte Spermium ist 10.000 mal länger als das menschliche und gehört der Fruchtfliege Dsosophila Bifurca.

Erdnüsse sind einer der Bestandteile von Dynamit.

Das längste deutsche Wort, in dem sich kein Buchstabe wiederholt ist Heizölrückstoßabdämpfung.

In den USA gibt es mehr Plastikflamingos als echte.

Mit dem Kopf gegen die Wand schlagen verbraucht pro Stunde 150 Kalorien.

Die meisten Blattläuse sind Klone ihrer Mütter.

Die Erde wiegt ungefähr 6.588.000.000.000.000.000.000.000.000 Tonnen.

Beim Sex verbrennt man pro Stunde 360 Kalorien.

Quizfrage: Wenn die Erde beim Sex mit dem Kopf gegen die Wand schlägt, wie lang braucht sie dann um ihr Idealgewicht zu erreichen?

Country Love

Ja, ich geb zu, es mag jetzt total seltsam scheinen, aber immer im Frühling muss ich ganz viel Country Musik hören und von weiten Steppen, Lagerfeuern und Männern mit großen Hüten träumen. Dort wo Abenteuer noch Abenteuer sind und ein Taschenmesser noch dein Leben retten kann. Ich muss mich direkt zurückhalten um mir nicht karierte Hemden und Cowboystiefel zu kaufen. Wär eine sehr unnötige Ausgabe, spätestens im Sommer sind wieder leichte Kleider und Trägertops angesagt.

Gut, dass es auf iTunes eine ganz lange Liste von Country-Radiosendern gibt. Die Ideale Kompensationshandlung. Saves me a lot of money (und einen Schrank voll karierter Hemden *g*).
Der Aktuellste (und der den ich immer höre) ist The Kickin Country Channel. Wie wir vor einem Jahr in Amerika waren und in Las Vegas Country Bands gehört haben (vielleicht kommt die Frühlingsliebe zum Country auch daher…*grübel*) hab ich, wieder zu Haus, bei dem Sender die meisten der Hits gehört, die wir auch dort gehört haben. Very up to date!
Ganz großartig ist das Cowboy Up Radio. Dort wird klassischerer Country gespielt, durchsetzt mit Cowboy Gedichten every now and then. Wirklich hübsch! Ein bisschen Gott-zentriert, aber das hat Country eben so an sich.
Radio Louisiana erinnert ein bisschen an die Prairie Home Companion. Grad halt, dass sie die Werbung nicht selber sprechen. Unbedingt empfehlenswert!
Das einzig blöde bei Internetradio sind die Stream-Ausfälle die immer wieder passieren. Meistens mitten in der schönsten Nummer oder im großartigsten Gedicht. Aber damit muß man wohl leben, so weit vom Country entfernt.

Shortbus.

Client: Are you top or bottom?

Dominatrix: I beg your pardon?

Client: I mean in real life.

Dominatrix: This is real life!

Das sagt alles und gleichzeitig nichts über “Shortbus”. It is real life, aber ganz anders als erwartet (was real life eben so an sich hat). Es geht um Orgasmen aber nicht um Sex, um Beziehung aber nicht um Liebe, um Gender aber nicht um Trans. Gleichzeitig gehts genau um das alles auch (wie es real life eben so an sich hat). John Cameron Mitchell hat den Film ein Jahr lang mit den DarstellerInnen gemeinsam entwickelt. Das Casting war die Teilnahme an, von Mitchell selbstveranstalteten, Shortbus Parties, die Rollenverteilung ein T-Gruppen mäßiges Voting:

“I had to quickly ascertain who was sexually attracted to whom, i.e., who had the potential to play couples in the film. We had a secret ballot and everyone had to rate everyone else on a scale of one to four, so we’d have some information about compatibility.”

Sexuelle Selbsterfahrung at it´s best!

(Uncensored Version. Don´t click if you are not 18)

Ein Nachtclub wie er in keiner Stadt fehlen sollte.

“It´s just like the sixties, except with less hope”