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Präsentationen einmal anders
“….Danke für ihre Aufmerksamkeit.” Verhaltenes Klatschen. Wahrscheinlich eher, weils endlich vorbei ist, nicht, weil der Inhalt so spannend war. Ein Teil des Publikums kehrt zurück aus der Welt der Tagträume, in die es sich geflüchtet hat, in den Hörsaal, den Konferenzraum, die Empfangshalle. Ein anderer Teil ist immer noch mit dem Einkaufszettel für morgen beschäftigt, ein Dritter, kleinerer Teil, hat tatsächlich etwas von den präsentierten Ergebnissen mitgenommen. Presentations suck – let there be stoning!
Muss das so sein? Natürlich nicht! Es gibt genug Beispiele von guten bis ausgezeichneten Präsentationen, viele erzählen eine Geschichte, manche sind lustig, stellen Bezüge zur eigenen Geschichte her oder arbeiten mit außergewöhnlichen Methoden – eines ist ihnen allen gemein: sie haben irgendwie eine persönliche Note. Nachdem ich, unter anderem, als Trainerin, Clownin, Theaterpädagogin und Improvisatörin tätig bin, habe ich beschlossen diese Kompetenzen in einen Topf zu werfen, umzurühren und ein eigenes Seminarangebot für Präsentationstechnik zu entwickeln.
Inspiriert dazu hat mich ein gemeinsam gehaltener Workshop zu diesem Thema mit Markus Pichlmair. Es ging um die Basics der Präsentationstechnik: Körpersprache, visuelle Gestaltung von Flipcharts, rhetorische Grundregeln. Mit Videoanalyse. Besonders durch die Videoanalyse wurde klar, dass auch Präsentationen, die sich an die Grundregeln der Präsentationstechnik halten, über kurz oder lang einen etwas statischen Eindruck machen. Also ob etwas fehlen würde. Das gewisse Etwas, eben. Die persönliche Note.
Neugierig? Just book me!
Feine Klinge
Humor ist eine schwierige Angelegenheit. Clownesker Humor ganz besonders.
“A very beautiful woman …. is waiting … at the Grand Central Station … for her Big Love”. Donna Quichotte ist eine ganze normale Frau auf der Suche nach der großen Liebe. Die ganz normalen Schwierigkeiten die sich in anbahnenden Beziehungen ergeben – Ist jetzt was oder doch nicht? Worüber redet man eigentlich beim ersten Treffen? Hab ich Brösel am Mundwinkel? – präsentiert Verena Vondrak in berührender Einfachheit und Klarheit. Ohne große Worte, dafür mit großartigem Ausdruck. Clownerie vom Feinsten, ohne die obligatorsche Bananenschale, dafür mit in Schachteln verpackten Seifenblasen, einem alten Kassettenrekorder und Honey-Moon in der Windmühle.
Clowns sind wie Kinder
Man muss sich sehr um sie kümmern. Man muss aufpassen, dass nichts passiert. Man muss schauen, dass es ihnen gut geht. Man muss sie umsorgen und pflegen – gelegentlich ein bisschen verwöhnen. Man muss sie lieben.
Ihnen selbst ist das natürlich nicht klar. Clowns halten sich für selbstständig und stark. Für großartig. Oft sogar für allmächtig. Sie sehen keinerlei Grund, dankbar zu sein.Aber sonst kriegt man jede Menge von ihnen zurück. Authentizität und Frische und Originalität und Wärme und Spontaneität und Spaß. Und Poesie. Und Einblicke in sich selber.Man darf halt einfach nicht das Falsche von ihnen erwarten.
Zum Beispiel sind sie großartige Plänemacher, aber nicht unbedingt ebenso großartige Pläne-Verwirklicher. Mit jeder Art von Verzicht tun sie sich schwer. Oder mit Einteilung. Oder mit Verantwortung. Oder mit Verlässlichkeit. Man sollte sie also nicht als Buchhalter einsetzen. Auch sind sie äußerst ungeschickte Diplomaten. Absolut unfähige Lügner. (Daher übrigens auch ganz miserable Schauspieler, aber das bleibt unter uns.)
Richtig gut sind sie dagegen als Ringelspielfahrer. Oder als Philosophen. Oder als hochdekorierte Generäle. Als Meteorologen sind sie durchaus konkurrenzfähig. Als Puppenmütter unschlagbar. Tolle Räuber oder Gendarmen.Und letztlich unterscheiden sie sich dann doch auch wieder von Kindern: zum Beispiel werden sie – selbst wenn sie sich sehr anstrengen – immer hoffnungslos schlechte Schüler bleiben. Völlig unsinnig, sie erziehen zu wollen. Clowns werden niemals erwachsen.
von Hubertus Zorell
