Tales of a Clown

…about Life, the Universe and Everything

Just some other stupid mistake occured...

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Ich war ja immer schon ein sehr folgsames Kind. Zugegeben, manchmal widerwillig folgsam, mit Gemurre und Gemecker, am Ende aber doch immer ausführend. Und wenn mich meine Mutter über Facebook auffordert, doch endlich mal wieder zu bloggen, wo kämen wir denn hin, würde ich dem Wunsch nicht nachkommen.

Hörst du nicht…..

Da bin ich nun also nach einem Monat wunderbarem Herumreisen im südliche Florida wieder zurück in meiner amerikanischen Kleinstadt. Der Winter zeigt, mittlerweile, endlich seine schneebedeckte Seite. Die wirklich tiefen Temperaturen hab ich allerdings, am Strand von Key West bratend, versäumt. Darn.

Erstaunlich ist, dass trotz abenteuerlicher Irrfahrten durch die Wildnis der Everglades, experimenteller Grillaktionen bei Mondschein unter freiem Himmel (wusstet ihr, dass Snickers und Twix gegrillt eine ähnliche Konsistenz entwickeln, wohingegen Milkey Ways in erhitztem Zustand eher Marshmellows ähneln?), queerer Silvesterparties und Ausflügen zu Wasser, am Land und in der Luft, von denen man meinen könnte, dass sie das Leben der Erlebenden von Grund auf verändern, nach der Rückkehr in die gewohnte Umgebung der Alltag mit unglaublicher Geschwindigkeit, unerbitterlich und augenblicklich wieder einkehrt, als ob man nie weg gewesen wäre.

Wieder hängt ein Stundenplan über meinem Schreibtisch. Wieder wollen motivierte Studierende alles über Österreich erfahren. Wieder steht mir ein Monat “Sissi” bevor.

Fairerweise muss ich sagen, das neue Jahr hat auch viel Gutes. Ich kann diesmal meine Kurse wirklich frei wählen: Filmtheorie rauf und runter. Ich unterrichte weniger – nur ein Kurs, statt zwei. Ich werde bei einem 7 Meilen Lauf mitmachen und ich bekomme gleich zweimal Besuch. More good times are on the way!

Bild-Text Schere

In dem sehr interessanten Workshop, dem ich die letzten drei Tage am Graduiertenzentrum beiwohnen durfte – ich hol mir ja mittlerweile sogar schon meine Lehrveranstaltungen ins Büro, damit ich gar nicht mehr raus muss aus der Ferstelgasse – ging es um Visuelle Ananlysen in der Sozialwissenschaft. Unglaublich angenehm einmal abseits der Frage “und was ist da dran politikwissenschaftlich?!?” über das eigene Dissertationsvorhaben zu diskutieren und vor allem auch andere Leute zu treffen, denen bei ebendieser Frage auch das G´impfte aufgeht. So wie wir visuellen AnalytikerInnen geschlagen werden muss noch was ganz Großes aus uns werden. ;)

Eine spannende Erkenntnis, an der ich gerne weiterdenken möchte war die scheinbar unterschiedliche Geschwindigkeit in der sich Sprache und Bild verändern. Ich hab das ein paar Beiträge früher schon bei der Country Musik angenommen: auf der textlichen Ebene geht es weg von großen Mythen der starken Männlichkeit hin zu understatements und dem Eingeständnis der eigenen Fehler. Die großen Helden sind also menschlich geworden, singen “if it was cool to be a fool” und “I ain´t as good as I once was”.

Sie lieben ihre Frauen – verehren sie sogar und würden alles für die Liebe ihres Lebens tun. Soweit der Text. Ein Klischeewechsel also. Ob die neuen Klischees besser als die alten sind, muss sich erst herausstellen, spannend ists aber zumindest. Gut, dachte ich, nett. Dann schau ich mir doch mal so einen Film an.

“Beer for my horses” (USA 2008) – von, mit und durch Toby Keith.

Beer for my Horses

Was uns der Film sagt: Männer sind gern Deputy Sheriffs (wegen der Knarren), gehen in die Wüste Schweine schießen (mit ihren Knarren), lieben ihren Truck, das Bier am Freitagabend, hassen Mexikaner und fahren für ein gutes Shoot-Out bis über die Grenze nach Mexiko. Wenn noch eine hübsche, zaundürre, Frau mit großen Augen und einem wiegenden Hüftschwung mit im Spiel ist, die man vor dem bösen mexikanischen Drogenbaron und dessen Banditos retten kann (3 gegen 30 ist bei der Dichte an Knarren und der unglaublichen Blödheit von Mexikanern wirklich kein Problem!) dann ist der Grund fürs Shoot-Out noch romantisch auch.

Phju.

Was im Lied bärig, lieb und leicht tollpatschig rüberkommt verwandelt sich im handumdrehen in einer reißende, mordende Bestie sobald jemand den Truck schief anschaut oder die Freundin nach Mexiko verschleppt. Was sich also im Text schon partiell aufgelöst hat spiegelt sich im Bild kaum wieder.

Ein Nebenschauplatz im Film ist übrigens ein GauklerInnen-Camp bei dem unsere Road-Trip-Rowdies halt machen dessen Chef von Willie Nelson, einer andern Country Ikone verkörpert wird.

Im Sträflingsgewand

Es gibt so ein paar Filme, die schaut man sich gern zu Weihnachten an. Entweder, weil sie immer zu Weihnachten gespielt werden: da gabs, früher, so einen tschechischen Kinderfilm, von einem Mädchen, dass ein Märchenbuch geschenkt bekommt wo vorne drinnen ein riesiger Tintenfleck ist. Wie sie ihn wegradieren will kommt sie drauf, dass sie durch den Tintenfleck ins Buch hinein kann. Sie freundet sich mit einem Bauernjungen aus dem Buch an und der kommt dann durch den Fleck mit ihr in die reale Welt, was natürlich für viel Verwirrung sorgt. Wahrscheinlich war das so eine “eisener Vorhang” Metapher von den zwei verschiedenen Welten – wo sich die Kinder zwar prächtig verstehen, die Erwachsenen aber nur Probleme machen. Wie immer, in Kinderfilmen.

Oder man schaut sie an, weil sie von Weihnachten handlen und, quasi, thematisch passend sind.  Einer davon – ein Klassiker – ist “Wir sind keine Engel” (We´re no Angels). Ein Film von 1955, basierend auf einem Theaterstück, in dem drei Sträflinge (Humphrey Bogart, Peter Ustinov und der relativ unbekannte Aldo Ray) aus dem Gefängnis ausbrechen und das Leben einer braven Geschäftsfamilie auf der Teufelsinsel in Französisch-Guayana ziemlich durcheinanderbringen in dem sie ihnen ein Weihnachtsfest bescheren, so schön, wie sie es noch nie erlebt haben. Dabei wollten sie sie ursprünglich ausrauben und ermorden um ihre Flucht von der Insel umzusetzen.

Albert: If only the didn´t trust us! -  Jules: It isn’t fair. Here we are, three desperate criminals, who will stop at nothing to escape from Devil’s Island, and we have to fall in with NICE people. – Joseph: You guys act like you don’t want to cut their throats. – Jules: Well, speaking for myself I’d just as soon not. – Albert: After all, it might spoil their Christmas. – Joseph: I don’t care how nice they are, they’re not going to soften me up. We’re escaping, and this is our only chance. We came here to rob them and that’s what we’re gonna do — beat their heads in, gouge their eyes out, cut their throats — as soon as we washed the dishes.

Glücklicherweise kommt nach der Hälfte der unsympathische Vetter Andre (gespielt vom großartigen Filmbösewicht Basil Rathbone, der bereits Errol Flynn das Leben schwer machte) und die Drei können ihren Mordgelüsten ungeniert nachkommen. Behilflich dabei ist eine kleine, aber tödliche Schlange namens “Adolf”, die nur die Bösen beißt und so für Frieden im Haus Ducotel sorgt.

Nicht nur sind die Dialoge großartig, auch die SchauspielerInnen Weltklasse und die philosophisch-nachdenklichen Weisheiten der drei Strolche regen wirklich zum Nachdenken an.

Albert: If crime showed on a man’s face, there wouldn’t be any mirrors

Ein echter Weihnachtsfilm eben.

Regie führte Michael Curtiz ein gebürtiger Ungar (Manó Kertész Kaminer) mit jüdischen Wurzeln der 1926 von der Warner Brothers von Wien nach Hollywood geholt wurde. Er führte bei über 100 Filmen Regie, unter anderem Captain Blood (1935), The Adventures of Robin Hood (1938) und Casablanca (1942). Für letzteren wurde er mit einem Oskar ausgezeichnet.

X-Rated: Stripperella

Do not watch if you are under 16 (or something…)!

Ich bin ja froh, dass super sexy Superheldinnen auch nervös sind beim Date weil das letzte schon so lange her ist…

Hat jedenfalls Lieblingscomic Potential: ist wie Batman & Robin nur netter. Ob das dran liegt, dass die Protagonistin Stripperin ist kann ich noch nicht sagen. Muss erst die erste Staffel anschauen um das besser beurteilen zu könne.

Shortbus.

Client: Are you top or bottom?

Dominatrix: I beg your pardon?

Client: I mean in real life.

Dominatrix: This is real life!

Das sagt alles und gleichzeitig nichts über “Shortbus”. It is real life, aber ganz anders als erwartet (was real life eben so an sich hat). Es geht um Orgasmen aber nicht um Sex, um Beziehung aber nicht um Liebe, um Gender aber nicht um Trans. Gleichzeitig gehts genau um das alles auch (wie es real life eben so an sich hat). John Cameron Mitchell hat den Film ein Jahr lang mit den DarstellerInnen gemeinsam entwickelt. Das Casting war die Teilnahme an, von Mitchell selbstveranstalteten, Shortbus Parties, die Rollenverteilung ein T-Gruppen mäßiges Voting:

“I had to quickly ascertain who was sexually attracted to whom, i.e., who had the potential to play couples in the film. We had a secret ballot and everyone had to rate everyone else on a scale of one to four, so we’d have some information about compatibility.”

Sexuelle Selbsterfahrung at it´s best!

(Uncensored Version. Don´t click if you are not 18)

Ein Nachtclub wie er in keiner Stadt fehlen sollte.

“It´s just like the sixties, except with less hope”

Aufgenommen in die Kategorie: Lieblingsfilm

Jasmin Münchgstettner aus Rosenheim steigt nach einem handfesten Streit mit ihrem Mann aus dem Auto und steht allein in der Wüste von Kalifornien.

In ihrem Lodenkostüm mit Handtasche und Koffer begibt sie sich nach Bagdad – einem kleinen Ort, der aus dem heruntergekommenem Bagdad Café mit angeschloßenem Motel und Tankstelle besteht. Hier trifft sie auf Brenda, die ihren Mann kurz zuvor in die Wüste geschickt hat. (Out of Rosenheim)

Badgad Cafe liegt in der Nähe von Barstow, an der Route 66.


Little Miss Sunshine

Olive will Schönheitskönigin werden und trotzdem Eiscreme essen dürfen. Ihr Vater Richard ist erfolgloser Motivationstrainer, der Verlierer auf den Tod nicht ausstehen kann. Ihr Onkel Frank ist schwuler Universitätsprofessor und hat eben versucht sich das Leben zu nehmen. Ihre Mutter Sheryl hält alle zusammen und spaltet im unerwarteten Moment. Ihr Bruder Dwayne liest Nietzsche und spricht seit 9 Monaten nicht. Ihr Opa ist wegen Heroinkonsum aus dem Altenheim rausgeflogen und wohnt seither wieder bei seiner Familie. Und alle sitzen zwei Tage lang gemeinsam in einem kleinen, gelben VW Bus.

Ein Film, der sich kritisch mit Familie und Schönheitswettbewerben auseinandersetzt.

Gorgeous!