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	<title>Tales of a Clown &#187; Filmanalyse</title>
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		<title>Politikwissenschaftliche Relevanz (II) &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 21:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iza</dc:creator>
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Die im vorigen Kapitel angesprochen Zusammenhänge zwischen realen Ereignissen und filmischen Darstellungen lassen sich als Ausdruck politischer Kultur verstehen. Dörner (2006) definiert politische Kulturforschung als ein „intersubjektives Phänomen“. Er meint, es handelt sich nicht um eine individuelle Interpretation von Realität, sondern um „eine Größe, die man mit anderen teilt“ (Dörner 2006; 591), die dadurch [...]]]></description>
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<p>Die im vorigen Kapitel angesprochen Zusammenhänge zwischen realen Ereignissen und filmischen Darstellungen lassen sich als Ausdruck politischer Kultur verstehen. Dörner (2006) definiert politische Kulturforschung als ein „intersubjektives Phänomen“. Er meint, es handelt sich nicht um eine individuelle Interpretation von Realität, sondern um „eine Größe, die man mit anderen teilt“ (Dörner 2006; 591), die dadurch gesellschaftspolitische Relevanz bekommt. Politische Kulturforschung nimmt sich der „Konstruktionen erste Ordnung“, die im Alltagsverständnis von Menschen entstehen, an und entwickelt „Konstruktionen zweiter Ordnung“, die auf wissenschaftlichen Analyse fußen.  Dörner beschreibt diesen Prozess, nach Alfred Schütz, wie folgt:</p>
<ol>
<li> „Politische Kultur besteht aus „Konstruktionen erster Ordnung“, aus den Wahrnehmungen und Deutungen, die Menschen entwickeln, um sich in ihrer politischen Alltagswelt zu orientieren und sinnhaft zu handeln.  Diese Wahrnehmungen und Deutungen sind in hohem Maß tradiert, der einzelne Akteur findet sie als kulturelle Gegebenheit vor und eignet sie sich in je spezifischer Brechung im Verlauf langfristiger Sozialisationsprozesse an.</li>
<li>Die Politische Kulturforschung entwickelt „Konstruktionen zweiter Ordnung“, d.h. Begriffe, Theorien, Forschungskonzepte, um diese deutende Alltagspraxis der Menschen zu rekonstruieren und als seinerseits wirksamen Faktor politischer Realität zu beschreiben.</li>
</ol>
<p>Politische Kulturforschung beschäftigt sich also konkret mit Wahrnehmungs- und Deutungsmustern, mit Erwartungshaltungen, Werten und Normen, mit Einstellungen und Vorstellungen, Wissensbeständen und Identitäten, Gefühlen und Normalitätsstandards, die das politische Alltagsleben in einer Gesellschaft oder in einem Teil derselben prägen.“ (Dörner 2006; 591f)</p>
<p>Die Wahrnehmungs- und Deutungsmuster, Werte und Normen, mit denen sich die Kulturforschung beschäftigt, werden in zunehmendem Maß auch in populären Medien gesucht und gefunden. Populäre Kultur rückt in den Fokus, nicht nur der Cultural Studies, sondern auch der politischen Kulturforschung (vgl. Spitaler 2005; 26). In diesem Verständnis sind auch populäre Filme, Produktionen, die scheinbar nur der oberflächlichen Unterhaltung dienen, Kampfplatz um Macht- und Herrschaftsverhältnisse in einer Gesellschaft. Die Cultural Studies sprechen in diesem Zusammenhang von &#8220;signifikanten Praktiken&#8221; oder &#8220;kulturellen Produkten&#8221; (Texte, Filme, Kleidung, Fotographien, Gesten, etc.), die Interpretationsmaterial für das Verstehen von Gesellschaften bieten und gleichzeitig Ausdruck der Macht- und Herrschaftsverhältnisse einer Gesellschaft sind (vgl. Turner 1996, 16).</p>
<p>Ein besonders plastisches Beispiel für diese Auseinandersetzung in Bezug auf Film und Gesellschaft stellt der Hays Code (oder Production Code) dar. Der Production Code legte die moralischen Richtlinien dafür fest, was der amerikanischen Öffentlichkeit im Film zugemutet werden konnte. Er wurde von Will H. Hays, damals Vorsitzender der Motion Pictures Producers and Distributors Associataion (seit 1945 die Motion Picture Association of America), eingeführt und deshalb auch kurz Hays Code genannt. Der Code wurde 1931 als Reaktion auf die aufsteigende Bedeutung der Filmindustrie aufgesetzt, hatte allerdings zunächst wenig Griffigkeit. Erst 1934 wurde die Production Code Administration gegründet, ein Büro, das von nun an jeden Film, der herausgegeben wurde, anhand der Richtlinien des Production Codes prüfte und beurteilte. Filme, die nicht freigegeben werden konnten, durften nicht ins Kino gebracht werden. Die Auseinandersetzung um Herrschaftsansprüche findet hier gleich auf unterschiedlichen Ebenen statt: zum Einen auf der Ebne von politischen Gesetzen und Richtlinien die mit HIlfe eines administrativen Apparates umgesetzt wurden, auf der anderen Seite auf der Ebene der politischen Kultur, in dem die Richtlinien von den PrduzentInnen selbst befolgt wurden. Eine derart augenscheinliche Verknüpfung zwischen politischen Absichten und Filminhalten gibt es sonst nur im Bereich der dezitiert politischen Propagandafilme (vgl. Mayrhofer 2007; 26f).</p>
<blockquote><p>„Der Film als Kunstwerk deutet auf ökonomische, politische und gesellschaftliche Dimensionen hin, die im Film ihren Ausdruck finden und ohne deren Berücksichtigung der Film nicht adäquat analysiert werden kann.“ (Mayrhofer 2007; 28f).</p></blockquote>
<p>Umgekehrt kann über die Normen und Wertehaltungen einer Gesellschaft durch eine Filmanalyse nur dann eine Aussage getroffen werden, wenn die ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Dimensionen dieser Gesellschaft in ihrem historischen Kontext berücksichtigt werden. Filme stellen also immer Beides dar: einerseits Ausdruck, andererseits Bedingung für gesellschaftspolitische Normen und Werthaltungen. Populäre Filme sind sowohl bewusstseinsschaffendes als auch bewusstseinsspiegelndes Element einer Gesellschaft. Das impliziert noch eine weitere Funktion von (populären) Filmen: sie haben bewahrende Funktion, in dem sie Erwartungen, Normalitätsvorstellungen, Werte und Sinnkonstruktionen einer Gesellschaft stabilisieren, sie dienen somit der Persistenz politischer Kulturen (vgl. Dörner 2006; 610). Auf der anderen Seite können sie Veränderungstendenzen unterstützten und Verstärker von Wandlungsprozessen sein, in dem sie neue Wertepräferenzen immer wieder in den öffentlichen Wahrnehmungsraum bringen und diese dadurch für breitere Teile der Bevölkerung &#8220;normal&#8221; und akzeptabel machen (vgl. ebenda).</p>
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