Not revisited, just late. Aber auch Blogs sind ein geduldiges Medium. Und Bilder sind auch später noch schön.
Wir waren also auf der Gstettn hinterm Haus. Und dieses Wort, mit 6 Konsonanten und nur einem Vokal, beschreibt, nicht nur in Oberösterreich, treffendst das brachliegende Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs, auf dem sich nichts und gleichzeitig ganz viel tut.
Hauptsächlich hat man ständig das Gefühl, etwas schrecklich Verbotenes zu tun, ohne dass irgend eine Art von Autorität sich auch nur ansatzweise darum kümmern würde. Ein paradoxes Gefühl. Fast enttäuschend, wenn man den Fuss in ein verfallenes Bahnwärterhäuschen setzt – ganz vorsichtig und nach reiflicher Überlegung – und nicht aus dem Nichts eine Stimme plötzlich “He! Sie da!” schreit.
Aber nicht nur für petty crimes ist das Pflaster heiß. Hätten wir uns in den Kopf gesetzt die Tonnen an Metall, die dort – einfach so – in der Gegend herumliegen, abzutransportieren und einzuschmelzen um sauviel Geld damit zu verdienen, wir wären wahrscheinlich schon halb auf dem Weg zum nächsten Hochofen gewesen, bevor irgendwer auf die Idee gekommen wär uns aufzuhalten. Abgehalten hat uns einzig und allein das Transportproblem. Wer hat schon einen Kran zu Hause, der mühelos Altmetall auf den bereitstehenden (Problem Nr. 2!) Lastwagen verlädt?!
Auch Banden und deren Kriege haben ihre Spuren hinterlassen. Anscheinend sind die schon der neuen Sieldungspolitik zum Opfer gefallen. Von aktuellen bandenpolitischen Machenschaften ist jedenfalls nichts mehr zu merken.
Schade eigentlich, dass auch diese Gstettn irgendwann mal “Jump and Run”, “Live with Students”, “Swim and try to find a place for your bike” und wie diese neuen Wohnprojekte sonst noch heißen weichen muss. Wildnis so nah am Stadtzentrum gibt es sonst nirgends mehr. Ungeklärt bleibt: Wohin werden dann die vielen Hasen und Kaninchen ziehen, die jetzt noch munter über die Geleise huschen? Hat sich da schon wer drüber Gedanken gemacht?








