Was ist eigentlich aus der Kelly Family geworden?

Erinnert ihr euch? Joey, Jimmy, Patricia, Paul, Kathy, John, Barby, Maite, der süße Paddy und der kleine Angelo mit Vater Dan und Mutter Barbara im selbstbemalten Bus auf Tour? Die ersten großen Konzerte, wo Angelo noch fast ein Kind mit glockenheller Stimme “Sometimes, I wish I was an Angel” singt? Paddy im Bravo das Mittelposter macht und die restliche Familie eifersüchtig ist auf ihn? Dann das Hausboot in Amsterdam, das die Familie gemeinsam renoviert und anschließend bewohnt. Schon umlagert von Fans die am Ufer neidig die schwimmende Großfamilienidylle blicken. Sich fragen warum die eigenen Geschwister so unendliche Nervensägen sein müssen und die eigenen Eltern nicht auch zumindest ein bisschen ein Instrument spielen und so unendlich dagegen sind dem Opel vor der Haustür die Kotflügel orange anzumalen.

Obwohl, ehrlicherweise, so richtig cool war es nicht auf die Kellys zu stehen. Hippie war damals, in den frühen 90ern schon out und die Kellys toll zu finden oder gar eine CD zu besitzen war was für Mädchen! Diese Öko-Schlapfen Bagage mit Hausboot und Bus, die meint weil sie ein bisschen Hausmusik auf einer Bühne machen und ihre Haare lang wachsen lassen und Blusen anziehen verändern sie die Welt! Pha! Ich hab “Over the Hump” trotzdem auswendig gekannt, “An Angel” auf der Gitarre spielen können, mir selber eine Hippie Blusen genäht und davon geträumt dazuzugehören. Am Donauinselfest 98 (oder 99) waren sie dann, die Kellys. Damals war die Phase leider schon wieder vorbei, sonst hätt ich sicher die Bühne gestürmt oder mich im Tourbus unter einer Bank versteckt, oder so.

Mittlerweile ist auch bei den Kellys vieles anders. Mutter Barbara und Vater Dan sind gestorben und die Kinder ihre eigenen Wege gegangen. Die meisten zwar immer noch singend, aber nicht mehr unbedingt miteinander. Der kleine Angelo ist mittlerweile erwachsen, verlobt, hat selber zwei Kinder und ist Gastdozent am Drummers Institute in Düsseldorf. Barby hat sich aus dem BühnenBusiness zurückgezogen. Maite arbeitet an einem Togo-Hilfsprojekt mit anderen Künstlern und Künstlerinnen. Paddy geht auf Anti-Irakkrieg Demos studiert Theologie und lebt zeitweilig im Kloster. Wie es sich für richtige Hippie Kinder gehört, eben.

Beim neujahrlichen Zusammenräumen hab ich die “Over the Hump” CD wieder gefunden. Ich kann sie immer noch auswenig und ich find sie immer noch gut…

Hunter S. Thompson

verdient einen Beitrag. Der Erfinder des Gonzo-Journalismus, Autor von “Fear and Loathing in Las Vegas” und der “Rum Diaries”, hat nach seinem Selbstmord im Februar 2005 seine Asche mit einer Rakete in den Himmel schießen lassen. Johnny Depp durfte die Lunte zünden. Auf seinem Grabstein steht “It never got weird enaugh for me”.

1970 hat er für das Scheriff-Amt in Pitkin-County, Colorado kandidiert. Sein Wahlprogramm bestand aus der Legalisierung von Drogen, der Umwandlung von Straßen in grasgepolsterte Fahrradwege und der Umbenennung des nobel Ski-Ressorts Aspen in “Fat City”. Für seine Wahlkampfrede hat er sich die Haare ganz kurz geschoren und seinen republikanischen Gegenkanidaten als “langhaarigen Hippie” bezeichnet. Er hat die Wahl nur knapp verloren.

Ich hab mein Einrad Gonzo genannt.
Wenn ich die Diss fertig habe widme ich ihm meinen Titel: Dr. Gonzo