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	<title>Tales of a Clown &#187; Pool</title>
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		<title>Hand aufs Herz</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 03:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iza</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den USA kann man mit gutem Gewissen entweder sportlich und ernährungsbewusst oder dick sein. Ich hab mich, ganz aus dem Bauch heraus (pun intended), für Ersteres entschieden. Nachdem von nix nix kommt geh ich jede Woche brav eine Stunde schwimmen. Ins Hallenbad. Ins Activity and Recreation Center (ARC) am Campus. Ich schwimmte, schwam und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA kann man mit gutem Gewissen entweder sportlich und ernährungsbewusst oder dick sein. Ich hab mich, ganz aus dem Bauch heraus (<em>pun intended</em>), für Ersteres entschieden. Nachdem von nix nix kommt geh ich jede Woche brav eine Stunde schwimmen. Ins Hallenbad. Ins Activity and Recreation Center (ARC) am Campus. Ich schwimmte, schwam und schwom einige Wochen so dahin bis ein ständiges Ziehen im Nacken mir signalisiert hat, doch besser den Stil zu wechseln.</p>
<p>Also hab ich mir eine Schwimmbrille ausgeborgt, die <a href="http://verstandverloren.blogspot.com/">Sternfahrerin</a> gefragt, wie ich es anstelle, nicht sofort zu ertrinken, und mit dem Kraulen begonnen. Die ersten zwei Längen hab ich noch tüchtig Wasser geschluckt, dann hatte ich es heraußen und bin, selbst- und umweltvergessen(d), vor mich hingekrault. Nach einiger Zeit wird dann auch die Sicht, trotz Brille, schlecht und das ständige Zwiiiiiiisch &#8211; Zwiiiiiiisch &#8211; Zwiiiiisch &#8211; Haaaaaaa zeigt eine fast meditativ-hypnotisierende Wirkung. Ideale Bedingungen um über weltbewegende Themen, Seminararbeiten und das Leben an und für sich nachzudenken.</p>
<p>Jetzt muss ich natürlich sagen, dass an diesem speziellen Tag gerad eine Illini-Sportveranstaltung im Hallenbad stattgefunden hat. Ein Wettschwimmen. Der Nordteil des Beckens war also bevölkert von einer Horde SchwimmerInnen in farblich abgestimmten Badehauben, die, in atemberaubender Geschwindigkeit, die Bahnen auf- und abgeflitzt sind: Zwisch-Zwisch-Zwisch-Ha. Im Südteil waren die üblichen HobbykraulerInnen, emeritierte ProfessorInnen und Aus-mir-wird-noch-mal-was-DelphinschwimmerInnen. Weils dort auch eng war, war ich dazwischen, im Sprungbecken.</p>
<p>Mein meditatives Konditionstraining war also ständig gestört von, auf der einen Seite schäumenden uniformen Wassermassen und auf der anderen Seite spritzenden, aus der Bahn kommenden, querschwimmenden IndividualistInnen. Sehr lästig. Irgendwie hab ich es trotzdem geschafft, mir meine Bahn zu etablieren und versucht, mich nicht stören zu lassen. Ganz in Gedanken versunken &#8211; ich hab gerade nachgedacht über die Bedeutung von Sutur und Aparatus in Hitchcocks <em>Psycho</em> &#8211; hab ich plötzlich aus dem Augenwinkel eine flatternde US-Flagge gesehen und, eine Sekunde später, festgestellt, dass ich ganz alleine im Becken bin.</p>
<p>Die Brille auf die Stirn schiebend und wassertretend (Sprungbecken = tief) bin ich, leicht verwundert, aufgetaucht. Da sind sie alle am Beckenrand gestanden, die Hand am Herzen, den Blick auf den Videoscreen mit der animiert flatternden Flagge gerichtet und aus dem Lautsprecher tönte die Nationalhymne. Und ich als einzige Mitten in der Mitte vom Becken. Mein erster Gedanke war: ist schon Juli&#8230;? Mein Zweiter war: So peinlich (also ich)! Mein Dritter: Klar! Sportveranstaltung, da ist das immer so! Mein Vierter: So peinlich (diesmal sie)!</p>
<p>Kurz hab ich ja überlegt einfach wassertretend auf der Stelle zu bleiben und zu hoffen, dass mich niemand bemerkt. Hm. Kurz. Nachdem das Wasser im Becken doch sehr durchsichtig ist und ich ausserdem Angst hatte, vor lauter unterdrücktem Lachen aus Versehen unterzugehen (dann hätte ich am Ende noch so einen schicken Rettungsschwimmer in einen Gewissenskonflikt gestürzt &#8211; Hand am Herz lassen oder unpatriotische Ausländerin retten?) bin ich dann doch ganz sachte, leise und vorsichtig an den Rand geschwommen und hab dort, in mich hineinkichernd, gewartet bis alles vorbei ist.</p>
<p>Sachen gibts&#8230;</p>
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