New Orleans: We have aircondition!

Immigriert bin ich in Houston. And they – naturally – had a problem: Es wollten nämlich gleichzeitig viele hundert Leute ihre Fingerprints und Fotos bei den netten Officers am Schalter anbringen (war ja nicht abzusehen, dass so viel Flieger gleichzeitig ankommen!). Einige der vielen Hundert (including me) wollten noch zusätzlich Anschlussflüge erwischen (auch das war nicht abzusehen). Tja. Wir sind brav in der Schlange gestanden – jede Zuwiderstehung wurde von dem strengen Flughafenpersonal sofort geahndet: “Would you please go back in line, ma´am.” – “But I will miss my flight!” – “This is immigration, ma´am. And besides: it is not our fault!”*) und haben zugeschaut wie ein Schalter nach dem anderen geschlossen, und nur ungefähr in der halben Geschwindigkeit neue aufgemacht wurden.

Im Endeffekt ist es sich ausgegangen. Ich bin wieder mal über einen Flughafen gejoggt, aber es ist sich alles ausgegangen und eine dreiviertel Stunde später bin ich in New Orleans gelandet.

Canal StreetHostelHostel Innenhof

New Orleans ist hot & sticky. Dort wachsen Palmen und Bananen. Richtige. Mit Früchten dran! Selbst um 10 am Abend hat man immer noch das Gefühl in der Kräutersauna zu stehen und wartet auf den Aufguss. Der kommt auch. 2x am Tag sind 20 Minuten Aufguss angesagt. Da schüttet es dann wie aus Kübeln, anschließend geht sofort die nächste Saunarunde los.

Deswegen: Aircondition. Das Problem bei der Aircondition ist, dass sie den gegenteiligen Sauna-Effekt hat: Man hat den Eindruck einen Gefrierschrank zu betreten. Was auch nicht so angenehm ist. Vor allem wenn man in dem Raum aka Gefrierschrank schlafen will. Meine Zwischenlösung ist bis auf weiters: Aircondition an – Raum kühlen lassen – Aircondition aus – schlafen. Gestern hat das gut funktioniert.

*) Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass das internationaler Flughafenpersonalsprech ist. Die kriegen das eingebläut in ihrere Ausbildung und wenn  sie um drei in der Früh aufgeweckt werden mit: “I missed my flight” dann murmeln sie im Halbschlaf “It is not our fault!”.

Reisevorbereitungen

Ich lese äußerst selten Gebrauchsanweisungen. Entweder, weil die Handhabe des Gerätes so simpel ist, dass ich mir zutraue sie ohne Anweisungen hinzukriegen. Funktioniert meistens. Oder, weil die Gebrauchsanweisung länger als fünf Seiten ist, ich zu ungeduldig bin und sowieso lieber nach der Trial-and-Error Philopsophie arbeite. Funktioniert überraschend oft. Wenns nicht funktioniert muss ich erst wieder lesen und hoffen noch keine Kleinteile permanent an die falsche Stelle geklebt oder geschraubt zu haben.

Gerade eben habe ich ungewöhnlicherweise eine 221seitige Gebrauchsanweisung freiwillig und von Anfang bis Ende gelesen: Adriano Sacks´ “Gebrauchsanweisung für die USA”. So Bücher mag ich im Normalfall noch weniger als die klassische Ikea oder Nokia Anweisung. Was will mir schon jemand darüber erzählen, wie ich mich einem Land gegenüber zu verhalten habe?! Ähnlich dumm wie Bücher alá “Wie Männer ticken” oder “Wie Frauen ticken”. Hab sie gelesen. Hat nix geholfen. Kenn mich immer noch nicht aus.

Die Gebrauchsanweisung für die USA ist eine Ausnahme. Ich kann nicht genau sagen warum. Sie ist unterhaltsam. Intelligent. Hat mich zum Schmunzeln und an manchen Stellen sogar zum Lachen gebracht. Sie ist dem Land gegenüber ausreichend kritisch und trotzdem sympathisierend. Benennt “typische” amerikanische Spleens, die gleichzeitig nervig und liebenswert sein können. Spiegelt die Ambivalenz des riesigen Landes wider und macht klar wie unsinnig es ist von “den AmerikanerInnen” zu sprechen. Als ob es eine Typologie geben könnte…

Gute Sommerlektüre knapp vor der großen Reise. Ich fühl mich gleich viel besser vorbereitet.

Obamania

barack_obama_poster-748985Ich mag ihn. Ich weiß, das ist keine politikwissenschaftliche Kategorie. Tell me about it!  Ich mag ihn trotzdem. Er redet gut. Er hat gute Ideen. Er ist witzig, selbstironisch (das mag ich besonders), erklärt komplizierte Sachen einfach, aber nicht platt. Er ist multi-tasking-fähig…. ;) Letzten Donnerstag ist er in Jay Lenos Late Night Show aufgetreten. Dafür ist er von den Conservatives kritisiert worden: er möge sich doch lieber um die Finanzkrise kümmern. Obama meinte dazu: Ein Präsident muss gehen und Kaugummi kauen gleichzeitig können.

Der Auftritt ist überhaupt sehr sehenswert. Nicht nur small-talk Chit-Chat. Wenn der auch sehr lustig ist. Er meint, sein Governement müsse daran arbeiten, die Einstellung der Leute ändern. Jugendliche sollen, wenn sie vom College kommen nicht davon träumen Investment BankerInnen zu werden, weil das die coolen Jobs sind. Sondern WissenschafterInnen, IngeneurInnen, LehrerInnen, Leute, die etwas beitragen zur Gemeinschaft. Eine große Aufgabe, die er sich da gesetzt hat – make science sexy ;)

ManagerInnen müssen wissen wann es genug ist: “They have to know, enough is enough”. Zu dem lange versprochenen Hund für seine Töchter meint er: “Look, look, listen. This is Washington. This was a Campaign Promise. No, I´m just teasing. The dog will be there… shortly.” – “Actually, I think I will have a lot of fun with it, too. You know, they say, I you want a friend in Washington, get a dog.”

Barack Obama hat, für einen Präsidenten, eine recht interessante Geschichte. Auch wenn vielleicht viele Sachen geglättet sind,  Dreams from My Father, das Buch, dass er 1995 publiziert hat,  spricht trotzdem noch eine recht klare Sprache über die sozialen und politischen Probleme in den USA im Allgemeinen und im Besonderen für AfroamerikanerInnen. Und es ist gut geschrieben – easy reading. Ob er die Sachen wirklich alle so erlebt hat… ok, vielleicht nicht. Trotzdem, er vermittelt den Menschen das Gefühl, dass er ihre Sorgen und Ängste, ihre Nöte und Probleme versteht. A man of the people. Guter linker Populismus. In Europa schaffen sowas das immer nur die Rechten.

Country Music

Mein neues/altes Projekt: Country Music. Seit dem Moment, wo ich zum ersten Mal, im Frontiers in Las Vegas, Toby Keith begegnet bin – er: auf der Leinwand “As good as I once was” singend, ich: mit einem Bud Light an der Bar -  lässt mich Country nicht mehr los: Alan Jackson, Tracy Adkins, Gretchen Wilson, Dolly Parton, Shania Twain, Willie Nelson, die Großen der Musik, die immer noch gern am Lagerfeuer, im 16-Tonner oder über Internetradio ihre Botschaft in die Welt tragen.

Mit dem Mainstream und das Populäre hab ich schon mit meiner Diss angefangen wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Jetzt folgt die Musik, zumindest geplanterweise. Vor allem spannend finde ich die Beziehungen, die in den Liedern vorkommen. Die Wünsche an das (zum überwiegenden Teil) andere Geschlecht. Das Verständnis das gesucht wird. Brad Paisley singt – Honey, I´m still a Guy – und meint damit, dass er sich nicht ändern lassen wird, von keiner Freundin:

These days there a dudes getting facials, manicured, waxed and botoxed …. My eyebrows ain´t plucked, there´s a gun in my truck – thank god, I´m still a guy.

Bei Männern ist es also recht leicht festzustellen was Männlichkeit ausmacht: eine Knarre im Auto und buschige Augenbrauen. Gerade im Country ist es aber nicht ganz so einfach. Gleichzeitig gibt es nämlich auch genug Lieder, die diese hochgehaltene Männlichkeit selbst dekonstruieren. Lustigerweise noch ein Beispiel vom selben Interpreten: Online von Brad Paisley, ein Nerd, der bei seinen Eltern wohnt und gerne so wie Brad Paisley wär – und hier zahlt es sich unbedingt aus auf den Link zu klicken: das Video ist großartig (mit einem Gastauftritt von William Shatner) – oder Celebrity, wo er gleich noch die Möchtegern-Promis der Reality Shows auf die Schaufel nimmt.

Die Formel Countrystars sind cool funktionier also nicht unbedingt. Was eher funktioniert ist Countrypeople sind natürlich. Das singt auch Gretchen Wilson – aus Pocahontas, Illinois: sie braucht keine Designerklamotten um einen Typen aufzureißen: I don´t need no designer tank to make my man want me oder Ain´t you glad we´re not all California Girls. California Girls sind nämlich im Gegensatz zu Redneck Women nicht dazu fähig Hühnchen aufzutauen oder einen Lapdance hinzulegen. Tja. Hell yeah!

University of Illinois at Urbana-Champaign

… here I come.

Stolz auf meinen TOEFL – Score (118 von 120 Punkten) hab ich gestern noch mal Mails gecheckt und – TADAAA – die University of Illionois will mich haben. Corn Belt, Amish People, Abe-Lincoln-Memorial-Whatever, I am on my way!

Urbana-Champain ist eine klassische Uni-Stadt. Eigentlich zwei. Urbana und Champaign sind verbunden durch den Campus der U of I. Der Campus ist riesig: 42.000 Studierende auf 6 km2. Public Ivy.

Ich bin seit gestern Abend am Homepage surfen…. dressed Alma Mater, heard the Oskee-Wow-Wow and tried to decide which courses I would take.

Couldn´t decide….

Ohio, Montana, New York, Lousiana, …. Ich hatte immer schon Probleme mich zu entscheiden, wenn es zu viel zur Auswahl gab: Vollnuß, Weiße Schokolade oder Erdbeer? Was weiß ich!?! Renault, Opel, Chrysler? Kommt drauf an…

Bei den amerikanischen Unistädten geht es mir ähnlich. Nachdem die Top-Five (Berkeley, Stanford, UCSF, Harvard, UCLA) nicht dabei sind fällt es mir echt schwer. Die einzige Frage, die ich heute vor der Fulbright Kommission nicht beantworten konnte. “What can we do for you? Where do you want us to take you?”

Vielleicht auch weil sie ein bisschen überraschend kam. Wann wird man bei einem Bewerbungsgespräch  sowas schon gefragt? Es hätt ja wirklich jede Stadt ihren Reiz. In New Orleans bangen und hoffen, dass nicht wieder ein Kathrina kommt, und wenn, dass ich meinen Kite rechtzeitig aufgebaut habe, die Leinen halten und die Landung nicht direkt auf einem Krokodil ist, in Misoula, Montana, auf die Rocky Mountains klettern oder an der University of Cinncinati eine Vorlesung bei Neil Armstrong besuchen? I want it all… ;)

Jetzt heißts warten und hoffen. Darauf, dass sie mich wirklich wollen und dann, dass sie eine coole Uni für mich aussuchen. In der Zwischenzeit klick ich mich durch die Unipages, die Fulbright zu Auswahl anbietet und versuch mich in meiner Vorfreude nicht zu sehr festzulegen. Schließlich will ich ja nicht enttäuscht werden.

Online University

Wer würde nicht gerne in Berekley, California, studieren? Nicht nur wegen den tollen Kite-Stränden gleich dort in der Nähe. Nein. Wegen dem guten Ruf, der spannden Lehre, den Vorträgen von renomierten WissenschafterInnen oder GastreferentInnen.

Zum Beispiel Douglas C. Engelbart, der dafür verantwortlich ist, dass unser rechter Zeigefinger zum Thema für die Medizin geworden ist. Oder Robert Reich, Sectretary of Labour unter Bill Clinton, der über The Art of Teaching spricht.

Berkeley stellt diese Vorträge und eine ganze Reihe von wöchentlichen Lehrveranstaltungen via webcast zum Download zur Verfügung: webcast.berkeley.edu

Zum Teil mit Video, zum Teil als mp3, zum Teil zum Online hören. Das schöne ist: die Qualität ist gut, die Vorträge sind spannend und für viele der Lehrveranstaltungen gibt es begleitende Weblogs, auf denen man die Texte, die in den Vorlesungen verwendet werden, nachlesen kann.

Die Bandbreite ist riesig: Quantenphysik, Politikwissenschaft, Psychologie, Geschichte, Biologie, Statistik… whatever you like. Ideal für unterwegs, am i-pod, im Auto, anstelle von Hörbüchern oder Musik: Climate Change: Law and Policy oder Foundations of American Cyber-Culture oder Multivariable Calculus.

Very enjoyable. Danke für den Tip!