Tales of a Clown

…about Life, the Universe and Everything

Just some other stupid mistake occured...

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Jingle Bell, Jingle Bell, Jingle Bell Rock

Alles glänzt, glitzert und glimmert, die Temperaturen sind endlich unter den Nullpunkt geklettert, die Menschen halten sich lieber in Kaffee- und Kaufhäusern als auf der Straße auf und wer doch raus muss huscht schnell, den Kopf im Kragen vergraben, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, seiner Wege.

Winter wirds. Weihnachten kommt.

Weihnachtsmarkt ChicagoWeihnachtshirscheGlitzerhirsche

In Chicago gibts einen deutschen Weihnachtsmarkt mit Bratwurst, Bier und Lebkuchenherzen und einem Österreichstandl auf dem Apfelstrudel verkauft wird. Der Markt war das Ziel unseres gestrigen Ausfluges. Die Kopie ist gut gelungen: es gibt viel Glühwein, viel Essen, viel Kitsch und ein enormes Gedränge.

Aber nicht nur der Markt verleiht Chicago seinen weihnachtlichen Flair. Die HeilsarmeemitarbeiterInnen, die an fast jeder Ecke, kleine Glocken läutend, die Menschen zum Spenden auffordern, die Weihnachstmusik, die aus den Außsenlautsprechern eines jeden Geschäfts erschallt, die vorweihnachtliche Dekoration der Regale und Mitarbeiter und natürlich die hübschen glitzernden Unsinnigkeiten die überall zur Verschönerung des Eigenheims angeboten werden. Kein Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung. Das kleine türkise Glitzerreh auf meinem Schreibtisch beginnt in diesem Moment heftig zu nicken.

Wenn sich dann, früh um diese Jahreszeit, die Nacht herabsenkt auf die Stadt am See, beginnt diese selbst zu glitzern und zu leuchten. Wunderhübsch.

SonnenuntergangChicago SkylineMerry Christmas Trees

Im Sträflingsgewand

Es gibt so ein paar Filme, die schaut man sich gern zu Weihnachten an. Entweder, weil sie immer zu Weihnachten gespielt werden: da gabs, früher, so einen tschechischen Kinderfilm, von einem Mädchen, dass ein Märchenbuch geschenkt bekommt wo vorne drinnen ein riesiger Tintenfleck ist. Wie sie ihn wegradieren will kommt sie drauf, dass sie durch den Tintenfleck ins Buch hinein kann. Sie freundet sich mit einem Bauernjungen aus dem Buch an und der kommt dann durch den Fleck mit ihr in die reale Welt, was natürlich für viel Verwirrung sorgt. Wahrscheinlich war das so eine “eisener Vorhang” Metapher von den zwei verschiedenen Welten – wo sich die Kinder zwar prächtig verstehen, die Erwachsenen aber nur Probleme machen. Wie immer, in Kinderfilmen.

Oder man schaut sie an, weil sie von Weihnachten handlen und, quasi, thematisch passend sind.  Einer davon – ein Klassiker – ist “Wir sind keine Engel” (We´re no Angels). Ein Film von 1955, basierend auf einem Theaterstück, in dem drei Sträflinge (Humphrey Bogart, Peter Ustinov und der relativ unbekannte Aldo Ray) aus dem Gefängnis ausbrechen und das Leben einer braven Geschäftsfamilie auf der Teufelsinsel in Französisch-Guayana ziemlich durcheinanderbringen in dem sie ihnen ein Weihnachtsfest bescheren, so schön, wie sie es noch nie erlebt haben. Dabei wollten sie sie ursprünglich ausrauben und ermorden um ihre Flucht von der Insel umzusetzen.

Albert: If only the didn´t trust us! -  Jules: It isn’t fair. Here we are, three desperate criminals, who will stop at nothing to escape from Devil’s Island, and we have to fall in with NICE people. – Joseph: You guys act like you don’t want to cut their throats. – Jules: Well, speaking for myself I’d just as soon not. – Albert: After all, it might spoil their Christmas. – Joseph: I don’t care how nice they are, they’re not going to soften me up. We’re escaping, and this is our only chance. We came here to rob them and that’s what we’re gonna do — beat their heads in, gouge their eyes out, cut their throats — as soon as we washed the dishes.

Glücklicherweise kommt nach der Hälfte der unsympathische Vetter Andre (gespielt vom großartigen Filmbösewicht Basil Rathbone, der bereits Errol Flynn das Leben schwer machte) und die Drei können ihren Mordgelüsten ungeniert nachkommen. Behilflich dabei ist eine kleine, aber tödliche Schlange namens “Adolf”, die nur die Bösen beißt und so für Frieden im Haus Ducotel sorgt.

Nicht nur sind die Dialoge großartig, auch die SchauspielerInnen Weltklasse und die philosophisch-nachdenklichen Weisheiten der drei Strolche regen wirklich zum Nachdenken an.

Albert: If crime showed on a man’s face, there wouldn’t be any mirrors

Ein echter Weihnachtsfilm eben.

Regie führte Michael Curtiz ein gebürtiger Ungar (Manó Kertész Kaminer) mit jüdischen Wurzeln der 1926 von der Warner Brothers von Wien nach Hollywood geholt wurde. Er führte bei über 100 Filmen Regie, unter anderem Captain Blood (1935), The Adventures of Robin Hood (1938) und Casablanca (1942). Für letzteren wurde er mit einem Oskar ausgezeichnet.