Tales of a Clown

…about Life, the Universe and Everything

Flower

Ode an Reese´s Peanutbuttercups

Oh Reese´s, du Pokal der nimmerendenwollenden Erdnussbutterfreuden! Als zum ersten Mal dein zartschmelzender Schokoladenüberzug meine Zunge umschmeichelte war es um mich geschehen. Die Perfektion der Potpourrie aus milchig-süßer Schokolade, die die Geschmacksknospen, zu Beginn noch irreführenderweiße, auf einen schokoladig-süßen Hochgenuss vorbereitet, der sich dann alsbald, langsam aber stetig und unaufhaltsam, von den süßen Höhen hinabneigt in die nussig, beinahe herbe Tiefe der Erdnussbutterfülle.

Noch nie hat eines Menschen Zung´ schönres kosten dürfen, noch nie wurden ein Diätplan freundlicher, beinah schon spielerisch, untergraben, noch nie war das Nachgeben, das Hingeben wohliger begleitet von einem beharrlichen, beinah am Gaumen klebenden Widerstand. Als ob das Peanutbuttercup sich wehren wollt´ den hungrigen Rachen hinabzugleiten, den Moment der Verzückung hinauszögernd noch nicht bereit die Zunge oben alleine, einsam und doch mit einem vertrauten Nachgeschmack zurück zu lassen. Der bleibt nun die Erinn´rung an vergang´ne Freuden und der sehnliche, schier übermächtige, nur zu verständliche und so leicht stillbare Wunsch nach mehr.

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The State of Illinois´ law and I

Ich dachte ja nicht, dass das so schwierig werden würde. Eigentlich hab ich gedacht: ich fahr da hin, zeig denen meinen österreichischen Führerschein, mach ein lustiges Foto und bekomme 10 Minuten später meinen amerikanischen Führerschein ausgestellt. Schließlich darf in Amerika alles was vier Reifen hat und alles was 16 Jahre alt ist auf der Straße fahren. Und das noch nicht mal besonders gut, wie ich nur nebenbei bemerken möchte.

Jesse Whites, Secretary of State Office at Bradley Avenue was the place to go.

Mit diesem Office verbindet mich eine mittlerweile längere Geschichte mit vielen Verstrickungen. Zunächst konnte ich es nicht finden. Ich bin viermal vorbeigefahren weil ich aus einem mir unerklärlichen Grund davon überzeugt war, dass es sich auf der rechten Straßenseite befindet. Es war aber auf der Linken. Als ich dann endlich dort war hab ich mal zunächst mein Auto angemeldet. Das ging Ruck-Zuck. Ein Formular ausfüllen, unterschreiben, 40 Dollar zahlen, Nummerntafel ausfassen und angemeldet ist das Auto! Die nächsten Schritte waren weitaus schwieriger.

Ich wollt nämlich damals auch gleich den Führerschein machen – aber dazu braucht man eine Sozialversicherungsnummer und die zu bekommen hat ja auch ein Zeiterl gedauert. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das nächste Mal, ein gutes Monat später, war ich mit Sozialversicherungsnummer, Reisepass, “piece of mail that proofs your adress” = ein an dich adressierter Brief der hierzulande den Meldezettel ersetzt und meinem österreichischen Führerschein bewaffnet wieder dort. Dieses Mal ohne viermal vorbeizufahren.

Nööööt. Zurück an den Start. Nach einer Stunde warten wurde mir erklärt es reicht nicht die Sozialversicherungsnummer, ich brauche die Sozialversicherungskarte (auf der übrigens in Großbuchstaben steht: DO NOT CARRY THIS CARD WITH YOU! Keep your card in a safe place to prevent loss or theft.) Rein ins Auto, heimgefahren, die Karte aus dem “safe place” geholt wieder hingefahren – Tadaaa. Nach einer weiteren Stunde warten durfte ich dann die Computerfahrprüfung und den Sehtest absolvieren.

- “Really? Do I have to??? But I already have an Austrian…”
- “Ma´am, I´m sorry. The State of Illinois´ law requires you to take the computer test”
- “Oh.”

Platz 7, Frage 3:
Most rear-end collisions are caused by the vehicle in back following too closely.
* True
* False

Well, good chance they want me to tick the “true” box.
Do they have statistics to proof that? Do you go up to the drivers and ask them: “Excuse me Sir, could it be that that accident happened because you were following that lady too closely?” – “Uhm, well, officer, uhm, I guess, well, yeah, I guess that could have been the case, uhm.”

Platz 7, Frage 13:
What should drivers do when approaching a construction area?
a) Increase their speed to get out of the way quickly.
b) Slow down and yield the right-of-way.
c) Honk their horn several times to alert individuals working in the area of their presence.

My favourite question, actually. I was tempted to tick c but then I thought The State of Illinois might not have any sence of humour, so better not mess with it.

10 Minuten und 20 Fragen später stand ich wieder am Schalter.
- “Please take a seat, ma´am. We will call you up for the driving test.”
- “Really?! Do I have to….? But, I already……. Yes, I know. The State of Illinois probably requires me…”

Diesmal hat es nur 15 Minuten gedauert. Die nette Dame geht mit mir nach draußen. Sie sagt ihr Sprücherl auf, ich tu was sie sagt: “Hello Irene, I follow you to your car. When we reach your car I want you to get inside start your engine and roll down your window at the drivers´ side.”

Sie geht um mein Auto herum und meint:

“Irene, where is your front license plate?”- “At home.” – “Why is that?” – “Well, there is no place to put it. (Es gibt wirklich keine Halterung dafür. Nachdem viele amerikanische Autos keine Nummerntafel vorne sondern nur hinten haben hab ich mir gedacht – ok! Eins ist Reserve. Zugegeben, vielleicht ein bisschen naiv. Aber damals hab ich ja noch nicht gewusst wie unentspannt dieser State of Illinois ist.) – “The State of Illinois´ law requires you to have two license plates. One at the front and one at the back of your car. I am sorry, but I cannot let you take the driving test in that car. It´s illegal.” – “?! (Thinking: What the fuck?!)” – “You have to come back some other time. Make sure you have both your license plates.  Make sure all your lights are working. Make sure your horn works. If any of those do not work, or are not properly installed, I cannot let you take the test.”

Ich bin dann nach Hause gefahren. Den ganzen Heimweg lang hab ich laut und deutlich auf Deutsch geflucht und mich gleichzeitig versichert, dass meine Hupe auch wirklich funktioniert. Boy, I was angry!

Zur Kompensation hab ich dann mir und meinem Auto nicht nur einen Nummerntafel-Halterung sondern auch eine Nummerntafel-Verzierung mit silbernen Palmen gekauft. Wenn schon Front-License-Plate, dann aber auch mit Stil!

Am nächsten Tag die blöde Nummerntafel samt Halterung und Verzierung mit Gewalt in die Plastikstoßstange geschraubt (who gives a damn?!), wieder hingefahren und mich für meinen Driving Test angemeldet. Nach 12 Jahren Autofahren noch mal einen Driving Test machen ist wirklich wirklich seltsam! Ich war sau-nervös (wer weiß was The State of Illinois noch alles in peto hat für mich…), hab gleich beim zweiten Mal abbiegen die Scheibenwischer eingeschalten, bin dadurch zu spät aus der Kreuzung gefahren und die gute Frau hat mir erklärt “Irene, if you drive out that late, you have to speed up, otherwise you are slowing down the traffic flow” – “Mhm (Thinking: Shut up, &*$/§€!)” Rechts-Abbiegen, Links-Abbiegen, Parken, Rückwärts aus einer Einfahrt hinausfahren…. meine Fahrprüfung in Österreich war nicht so gründlich.

Aber nachdems ja eh egal ist wie man fährt – obviously, since Illinois was ranked third worst drivers´ state – hab ich nach 15 Minuten Fahrprüfung die Erlaubnis bekommen mein Führerscheinbildchen zu machen.

10 weiter Minuten später haben ich und mein neuer Führerschein Jesse Whites Secretary of State Office auf hoffentlich Nimmerwiedersehen verlassen.

Impressions of Allerton

Allerton, Park and Retreat Center, gehört zur University of Illinois und liegt 40 Minuten westlich von Champaign. Ich hab dort heut meinen Tag verbracht.

Allerton Mansion mit TeichRetreating im GrasHerbst wirdsGelbe HerbstblumenDer letzte ZentaurFlussDer SonnenanbeterSelbstgebasteltes Marterl für Marta - gleich neben dem SonnenanbeterSchwammerl am BaumAllerton MansionLederstrumpfbaum?Illinois im Herbst

Hopsadaisy – Marta is crazy!

Marta-KrönchenShe used to say that – wenn sie mit dem Hinterreifen über den Randstein geholpert ist, zum Beispiel. Sie hatte recht. Sie war ein bisschen verrückt, manche würden sagen – ein bisschen sehr verrückt ;) -  sie war auch eine sehr gute Zuhörerin, eine wunderbare Gesprächspartnerin, eine phänomenale Tante, ein außergewöhnlicher Mensch.

Als Kind haben mich ihre Mitbringsel begeistert. Die Scherzartikel, die sie zu jedem Familienbesuch mitgebracht hat: eine Milchpackung die muht, ein Ring der brummt, wenn man jemandem die Hand gibt. Sie hat eine ganze Tasche davon gehabt. In meiner Phantasie hat London hauptsächlich aus Scherzartikelgeschäften bestanden.  Es war SO cool eine Tante in London zu haben!  Zurück ist sie immer mit Käsekrainern und Weinflaschen im Handgepäck geflogen.

Meine erste erwachsene Erinnerung an sie habe ich als ich sie mit 15 in London besucht habe, zum Englisch lernen. Dieser Monat in London – in King Edwards Gardens – war einer der schönsten in meinem Leben. Pub Quiz Dienstag Abends: Ich durfte meinen ersten Shandy kosten. Ich hab nicht mal die Fragen verstanden, aber Marta hat jedesmal darauf bestanden, dass ich eine große Unterstützung gewesen bin, und dass sie ohne mich noch weniger Punkte gemacht hätten. Für eine 15jährige eine sehr wichtige Ermutigung! Ich hab mich so erwachsen gefühlt.

Am Abend sind wir oft bei einer Tasse gutem englischen Tee (selbstverständlich mit Milch – seither trinke ich Tee mit Milch) zusammengesessen und haben geredet. Über die Zukunft, die Vergangenheit, unsere Träume. Dabei haben wir mit Nelken Muster in Orangen gesteckt weil sie überzeugt davon war, dass sie die zu Weihnachten am Markt verkaufen wird. Ich hab in dem Monat eine Orange geschafft, Marta zwei. Ich glaub, sie hat sie nicht verkauft. Sie hat sie selbst aufgehängt im Haus. Dafür hat sie andere Geschäftsideen umgesetzt: Schmuck und Silber am Carboot Sale kaufen und am Picadilly Market weiter verkaufen.

Als sie mich dann zum Flughafen gebracht hat sind wir durch den Stadtverkehr von London gehetzt, weil wir vieeeel zu spät weggefahren sind. Ich hab das Flugzeug nur joggend, den Koffer durch ganz Heathrow nachziehend, erreichen können.

Sie hat darauf bestanden mit 60 noch ein Haus zu bauen. Im Waldviertel. Und es ist ein schönes Haus geworden. Sie hat nur kurz darin gewohnt.

Marta ist am 11. September 2009 gestorben. Sie wär heuer 67 geworden, und es hätte bestimmt eine Party gegeben, wär da nicht der Krebs dazwischengekommen.

Wir werden dich vermissen, Marta. Wir vermissen dich jetzt schon.

Luxury, please! *)

office door

Looks kind a posh – huh?

*) Die Kategorie ist von Markus gestohlen. Und ich werd sie auch nur das eine Mal verwenden.  Couldn´t resist, mate…

Impressions of St. Louis

RoadtripSt. Louis - The Gateway to the WestArch & MississippiLion on the streetBack to the Future every weekAnd after church, we go to Church´s for lunch!Wünschebrunnen im KunstmuseumCity "Museum"Try not to bruise your kneesPlanes_Cages_TunnelsDrahttunnel in 20m Höhe - funky!Mirror, Mirror...

St. Louis ist ja an und für sich keine Stadt in der man unbedingt alt werden muss. Aber so für ein- zwei Tage sehr nett zu besichtigen. Vor allem mit der netten Roadtrip-Crew mit der ich unterwegs war.

Ich will hier gar nicht mehr Worte verlieren. Adrian hat einen umfassenden Bericht geschrieben, hier nachzulesen.

Dem ist nur hinzuzufügen, dass er Ooey-Gooey-Indian, den wir im Powakah-Diner in Pocahontas, Illinois, gegessen haben wirklich vorzüglich war.

Marching music makes me hot

Von wegen Schulbands sind langweilig!

Marching Illini (sprich: martsching eileinei) ist a) riesig groß, b) eine ziemliche Stimmungskanone, c) spielt lustige Hits (so wie “Living on a Prayer”), d) hat Cheerleader und e) die Instrumente haben lustige Choreographien beim Spielen. Die Tubas (oder Tuben?) drehen sich zum Beispiel immer im Takt: rechts, mitte, zurück, mitte, rechts, mitte, zurück, mitte, usw. Schon sehr beeindruckend wenn 20 Tubas das gleichzeitig machen. Und wahrscheinlich ziemlich anstregend. Die Trompeten hingegen werden über dem Kopf gehalten und im Takt hin und her gewiegt.

Nachdem das Orchester so groß ist gibts einen Hauptdirigenten, der steht auf der Leiter in der Mitte – vor den Bläsern und hinter den Cheerleadern – und zwei bis fünf “Nebendirigenten”. Die stehen vor den anderen Bläsern und kopieren das, was der Haupdirigent macht. Damit die Bläser ihre Köpfe nicht drehen müssen. (Sonst wär die ganze Tuba-, Saxophon-, Trompeten-Choreographie kaputt).

Die Cheerleader lächeln und hüpfen im Takt. Auch sehr schick.

Ich freu mich schon auf mein erstes Football-Match. Die Marching Illini sind nämlich die Hauptanfeuerer der Figthing Illini (sprich: feiting eileinei). Da wird dann sicher wieder “Hail to the Orange” (find ich ja persönlich recht witzig… Ich frag mich, ob die Spieler dann auch mit Orangen beworfen werden wenn sie verlieren…) und der Loyalty Song gespielt, ein ganz typisches Schulbandlied.

marching Illini iiiMarching Illini Imarching Illini 2

Die Band war eindeutig das Highlite des Sweet-Corn-Festivals. Sweet Corn hab ich keins bekommen weil am Nachmittag so eine lange Schlange anstand und ich nicht warten wollte und am Abend das Sweet Corn aus war. Am Abend hat dann War gespielt. Die waren auch gut – aber nicht so mitreißend wie die Marching Illini. In den USA ist es anscheinend sehr üblich sich sein Campingsesserl überall hin mitzunehmen. Da ist ein Festival, da spielt eine Band – schwupp, werden Sesselchen ausgeklappt, Reihen gebildet und wo man vorher noch unbehindet tanzen konnte stolpert man jetzt über Füße und Knie frierender, in Decken gehüllter Menschen. Man wird aber dafür nicht – wie bei uns – angeraunzt. Nein, die lächeln und sagen “Oh, sorry. Shall I move back?”