Tales of a Clown

…about Life, the Universe and Everything

Flower

Quad Day

Alma MaterQuad DayPirates

Die Alma Mater freut sich: nie erscheinen ihre Kinderlein soooo zahlreich  wie am Quad Day. Quad Day hat vor allem den Sinn, all die jugen Freshmen and -women in eine oder mehrere der zahlreichen Unigruppen zu integrieren. Die Graduate Bible Study Gruppe wirbt neben der Pagan Students Association und den Buddhists for World Peace um die religiös interessierten Neuankömmlinge. Die Atheists, Agnostics und Freethinkers sind im Programm übrigens auch als religiöse Gruppe geführt. Schließlich gibts auch Kirchen für AtheistInnen. Nur weil sie nicht an Gott glauben heißt das ja noch lange nicht, dass sie auf das hübsche Haus verzichen wollen. Logisch.

Ich hab mich bei den Pirates of Champaign in die Mailingliste eingetragen. Sie haben mir zwar nicht genau erklären können was sie tun, ausser “more fun as a pirate” haben und den Talk-Like-a-Pirate Day feiern. Haben ein wenig ziellos gewirkt. Vielleicht brauchen sie ja einen neuen Captain… Mal schauen was sich da ergibt.

Dann werd ich in Zukunft auch Emails vom Climbing Club bekommen. Es gibt zwar keine Berge in der näheren Umgebung, aber vielleicht stellt ja wer wo eine Kartonwand auf. Passiert in Hollywood ja auch oft genug. Besonders gespannt bin ich schon auf die Model United Nations. Ich bin ja bis jetzt nicht ganz sicher ob das “wir spielen Vereinte Nationen” oder “wir suchen – ganz divers – das nächste Top-Model” bedeutet. Es ist unter International gelistet. Das würd jetzt auf beides passen.

Besonders vorurteilsbestätigend waren die “go Greek” Fraternities/Soronities: uniformiert in den jeweiligen “Alpha-Phi-Sigma”, “Iota-Theta-Kappa”, …  T-Shirts, mit den selben Röcken/Hosen tauchen sie nur in Gruppen auf und sind vor allem eins: so cool. Kein Wunder, dass die alle bei Scream und Ich weiß was du letzten Sommer getan hast vorkommen (und innerhalb der ersten 20 Minuten umgebracht werden). Böse. Ich hoff ich hab keine in meinen Kursen. Sonst kann ich hier nur mehr verschlüsselt schreiben.

Und, ja liebe FüchsInnen, ich hab natürlich auch die Impro-Szene ausgecheckt (Improv, wie das hier heißt). Werd mir mal anschauen was die KollegInnen da so zu bieten haben. Wenn der Boden gut aufbereitet ist für uns, dann fang ich an Tourdaten zu verhandeln.

Jesus LoveSmart OnesCheerleader

Walking in Memphis

Es ist jetzt schon eine Weile her, fast kommt es mir vor wie eine Ewigkeit, aber letzte Woche war ich in Memphis. Nicht nur in Graceland, wie der letzte Eintrag Glauben machen könnte. Memphis ist viel mehr als Elvis. (Auch wenn er natürlich schon was ganz besonderes war – und so hübsch….!).

At what time & place in history would you like to be? Definitely Memphis in the 50ies & 60ies!

Musikalisch haben sich rund um das berühmte Sun Studio schwarze und weiße Musiker und Musikerinnen gefunden und Platten aufgenommen. Sam Phillips, der Besitzer des Studios, war explizit auf der Suche nach neuen, noch unbekannten Talenten. BB King, Johnny Cash, Roy Orbison, Anne Peebles, Ike Turner, Elvis Presley sind nur einiger der großen Stars, die irgend wann mal hoffnungsvoll in das Sun Studio gestolpert sind und für 4 Dollar ihre erste eigenen Platte aufgenommen haben. Sam hat prinzipiell jedem und jeder eine Chance gegeben. Er hat alles aufgenommen. Was ihm gefallen hat, hat er versucht weiter zu fördern.

Er hat ausserdem 1955 den ersten Frauenradiosender gegründet: WHER – The World´s First All-Girl-Radio-Station. Pretty fortgeschritten für 1955, hm? Das Konzept war einfach: nur Frauen stehen hinterm Mikro und machen Radio. Pretty effective, too!

Sun StudiosGibson Guitar FactoryBeale Street

Beale Street is the place to be to listen to live music. Jedes Lokal und jede Straßenecke hat ihre eigene kleine Blues-, Soul- oder Rockband. BB Kings Cafe bietet Blues zum Abendessen und wer dann nacher noch spazieren gehen will kann sich den Live-Überlagerungen hingeben. Oft ist es echt schwer zu sagen wo der eine Beat aufhört und der andere anfangt. Selbstredend, dass Gibson dort eine Gitarrenmanufaktur hingestellt hat. Wo sonst?

Der zweite Grund warum Memphis berühmt geworden ist, ist die Ermordung von Dr. Martin Luther King Jr. am 4. April 1968 vor dem Lorraine Motel. Ein Scharfschütze aus dem Haus gegenüber hat ihn vor seinem Motelzimmer erschossen. Er wär grad auf dem Weg zum Abendessen gewesen. Lorraine Motel ist umgebaut worden zum National Civil Rights Museum. Die Fassade des Motels ist stehengeblieben und am Balkon hängt ein Blumenkranz. Sogar die Autos stehen noch vor der Tür.

Auch wenn die Fiaker mit komischen Cinderella-Kutschen durch die Stadt fahren, Memphis ist immer noch eine großartige Stadt… und zwei Tage sind viel zu wenig! Cheers!

Lorraine MotelPrinzessinnenkutscheIrene in Memphis

Impressions of Graceland

GracelandWohnzimmerPool RoomFernsehzimmerElvis Fans outside GracelandTaken Care of Business: Private Jet "Lisa Marie"Pink CadillacElvisJumpsuitHis grave in GracelandContributionsHeartBreakPool

Voodoo

Marie Laveau ist die Voodoo Queen of New Orleans. Als Heilerin und Voodoo-Priesterin wurde sie von tausenden Menschen verehrt. Sie hat ausserhalb der Stadtmauern (Rampart Street) am Congo-Square praktiziert. Innerhalb der Stadtmauern war Voodoo verboten. Heute noch wird ihr Grab auf dem Cementry Nr. 1 mit Kreuzerln und kleinen Opfergaben (ein Lippenstift, ein Bild, eine Sonnenbrille, …) bedacht.

Das ist das nette an Voodoo – alles kann ein magischer Schutzgegenstand, ein Talisman werden. Auf Voodoo Altären liegen alle mögliche Sachen rum: Zuckler, Bilder, Zettler mit guten Wünschen drauf, Ringe, Ketten, Plastikperlen, Kondome…. egal, the spirits don´t care. Es werden auch katholische Heiligenfiguren verwendet, als Kanalisierung der guten Geister. Da steht dann Mutter Maria auf einem Haufen Opfergabenzeugs, ein Kerzerl brennt daneben und fertig ist der Voodoo-Altar.

Marie LaveauVoodoo AltarGrave of Marie Laveau

Auch Voodoo Puppen sind viel harmloser als vermutet. Eigentlich waren Voodoo Puppen eine Möglichkeit für den Heiler oder die Heilerin sich zu merken warum die PateintInnen bei ihm waren. Er macht ein Pupperl, das so aussieht wie du. Wenn du wegen Schulterschmerzen gekommen bist – ein Steckerl in die Schulter stecken. Fußweh – Steckerl in den Fuß. Wenn du wiederkommst, nimmt sie dein Pupperl und erinnert sich wesewegen du da warst. Logisch, eigentlich. Und praktisch.

Natürlich, ein paar Gebete, die Geister um Hilfe bitten, ein paar Zaubertränke von Madame Laveau fetten das Ganze dann noch auf. Madame Laveau war ja auf Liebeszauber spezialisiert. Hier ihr Geheimrezept – use it wisely, it could change your life ,)

LiebeszauberVoodoo FiguresHow to make a Voodoo Doll

Wer in Zukunft verzweifelt seinen zweiten Handschuh sucht… it could be Voodoo!

Das ist dann auch schon alles was im Voodoo Museum von New Orleans ausgestellt ist. Das Museum ist witzig. Vor allem die Kassafrau, die gerne und lang Geschichten über Voodoo erzählt. Ich weiß jetzt zum Beispiel auch wie man Zombies macht.

Impressions of New Orleans

Canal StreetCornstalkStreetLampNatchezKeep in TouchMoon WokGris-GrisRainingRoyal StreetBlühende BananeCementry Nr 1Irene´sLafitte´sMississippiStreetwashing

New Orleans: We have aircondition!

Immigriert bin ich in Houston. And they – naturally – had a problem: Es wollten nämlich gleichzeitig viele hundert Leute ihre Fingerprints und Fotos bei den netten Officers am Schalter anbringen (war ja nicht abzusehen, dass so viel Flieger gleichzeitig ankommen!). Einige der vielen Hundert (including me) wollten noch zusätzlich Anschlussflüge erwischen (auch das war nicht abzusehen). Tja. Wir sind brav in der Schlange gestanden – jede Zuwiderstehung wurde von dem strengen Flughafenpersonal sofort geahndet: “Would you please go back in line, ma´am.” – “But I will miss my flight!” – “This is immigration, ma´am. And besides: it is not our fault!”*) und haben zugeschaut wie ein Schalter nach dem anderen geschlossen, und nur ungefähr in der halben Geschwindigkeit neue aufgemacht wurden.

Im Endeffekt ist es sich ausgegangen. Ich bin wieder mal über einen Flughafen gejoggt, aber es ist sich alles ausgegangen und eine dreiviertel Stunde später bin ich in New Orleans gelandet.

Canal StreetHostelHostel Innenhof

New Orleans ist hot & sticky. Dort wachsen Palmen und Bananen. Richtige. Mit Früchten dran! Selbst um 10 am Abend hat man immer noch das Gefühl in der Kräutersauna zu stehen und wartet auf den Aufguss. Der kommt auch. 2x am Tag sind 20 Minuten Aufguss angesagt. Da schüttet es dann wie aus Kübeln, anschließend geht sofort die nächste Saunarunde los.

Deswegen: Aircondition. Das Problem bei der Aircondition ist, dass sie den gegenteiligen Sauna-Effekt hat: Man hat den Eindruck einen Gefrierschrank zu betreten. Was auch nicht so angenehm ist. Vor allem wenn man in dem Raum aka Gefrierschrank schlafen will. Meine Zwischenlösung ist bis auf weiters: Aircondition an – Raum kühlen lassen – Aircondition aus – schlafen. Gestern hat das gut funktioniert.

*) Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass das internationaler Flughafenpersonalsprech ist. Die kriegen das eingebläut in ihrere Ausbildung und wenn  sie um drei in der Früh aufgeweckt werden mit: “I missed my flight” dann murmeln sie im Halbschlaf “It is not our fault!”.

Reisevorbereitungen

Ich lese äußerst selten Gebrauchsanweisungen. Entweder, weil die Handhabe des Gerätes so simpel ist, dass ich mir zutraue sie ohne Anweisungen hinzukriegen. Funktioniert meistens. Oder, weil die Gebrauchsanweisung länger als fünf Seiten ist, ich zu ungeduldig bin und sowieso lieber nach der Trial-and-Error Philopsophie arbeite. Funktioniert überraschend oft. Wenns nicht funktioniert muss ich erst wieder lesen und hoffen noch keine Kleinteile permanent an die falsche Stelle geklebt oder geschraubt zu haben.

Gerade eben habe ich ungewöhnlicherweise eine 221seitige Gebrauchsanweisung freiwillig und von Anfang bis Ende gelesen: Adriano Sacks´ “Gebrauchsanweisung für die USA”. So Bücher mag ich im Normalfall noch weniger als die klassische Ikea oder Nokia Anweisung. Was will mir schon jemand darüber erzählen, wie ich mich einem Land gegenüber zu verhalten habe?! Ähnlich dumm wie Bücher alá “Wie Männer ticken” oder “Wie Frauen ticken”. Hab sie gelesen. Hat nix geholfen. Kenn mich immer noch nicht aus.

Die Gebrauchsanweisung für die USA ist eine Ausnahme. Ich kann nicht genau sagen warum. Sie ist unterhaltsam. Intelligent. Hat mich zum Schmunzeln und an manchen Stellen sogar zum Lachen gebracht. Sie ist dem Land gegenüber ausreichend kritisch und trotzdem sympathisierend. Benennt “typische” amerikanische Spleens, die gleichzeitig nervig und liebenswert sein können. Spiegelt die Ambivalenz des riesigen Landes wider und macht klar wie unsinnig es ist von “den AmerikanerInnen” zu sprechen. Als ob es eine Typologie geben könnte…

Gute Sommerlektüre knapp vor der großen Reise. Ich fühl mich gleich viel besser vorbereitet.